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Messe Riem:Das Corona-Impfzentrum ist startbereit

Warteraum mit sehr viel Abstand: Die Stadt stuft 120 000 Menschen in die höchste Prioritätsstufe ein, die zuerst geimpft werden sollen.

(Foto: Aicher Ambulanz Union/oh)

Was fehlt, ist der Impfstoff. Bekannt ist nun, wer ihn zuerst bekommen soll. Schon jetzt ist klar, dass er erst einmal nicht für alle reichen wird.

Von Ekaterina Kel

Einsatzbereit, aber menschenleer: Das Münchner Impfzentrum ist, wie von der bayerischen Staatsregierung gefordert, zum 15. Dezember in einer Messehalle in Riem fertig geworden. Den Auftrag der Stadt hatte die Aicher Ambulanz, die die Teststation auf der Theresienwiese betreibt, in Kooperation mit dem Rettungsdienst MKT Krankentransport OHG erhalten. Bei der Planung mussten sie mit vielen Variablen umgehen: Wer ist zuerst impfberechtigt? Wie groß ist diese Gruppe? Wann gibt es den Impfstoff überhaupt?

Mittlerweile ist etwas mehr bekannt: Laut der Empfehlung der Ständigen Impfkommission sollen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen den Impfstoff zu allererst bekommen. Das sind etwa 15 000 Menschen, wie der Leiter des Katastrophenschutzes, Wolfgang Schäuble, es Anfang Dezember vorrechnete.

Ebenfalls zur Kategorie mit der höchsten Priorisierung gehört laut der Kommission auch Krankenhauspersonal, das zum Beispiel in der Notaufnahme oder auf der Covid-19-Station einem hohen Expositionsrisiko ausgesetzt ist oder engen Kontakt zu gefährdeten Gruppen hat. Deshalb soll laut Stadt zunächst auch das entsprechende Personal in den Krankenhäusern geimpft werden - "sofern genügend Impfstoff zur Verfügung steht".

Zurzeit sieht es jedoch nicht so aus, als ob es gleich ausreichen würde. Die Stadt stuft 120 000 Menschen in die höchste Prioritätsstufe ein. In der ersten Auslieferung soll München jedoch nur etwa 90 000 Impfdosen erhalten. Und dadurch, dass bei manchen Impfstoffen vorgesehen ist, die Menschen in einem Abstand von drei Wochen zweimal zu impfen, werden vielleicht vorerst nur 45 000 Personen die nötige Zweifach-Impfung erhalten können.

Oberbürgermeister Reiter appelliert an die Geduld der Münchner

Nun heißt es warten auf die Impfstoff-Zulassung. Erst dann könne man sagen, welchen Impfstoff man hier in München bekommt, heißt es vom Gesundheitsreferat. Auch wann eine zweite Auslieferung vorgesehen ist, sei noch nicht bekannt.

Die Stadt bereitet sich erst einmal darauf vor, mit bis zu 20 mobilen Impfteams vorrangig die höchstgefährdeten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal von Alten- und Pflegeheimen zu impfen. Die entsprechenden Teams dafür aus Ärzten, Arzthelfern, Verwaltungskräften sowie die nötige Logistik befinden sich bereits seit Ende November im Aufbau.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der sich seit dem 8. Dezember als Kontaktperson erster Kategorie in Quarantäne befindet, appelliert an die Geduld der Münchner: "Wir alle setzen große Hoffnungen auf die Impfstoffe. Es muss uns aber auch allen klar sein, dass sie uns kein schnelles Ende der Pandemie bringen werden", ließ er wissen. Man müsse davon ausgehen, dass es Monate dauern werde, bis alle vorrangigen Personengruppen geimpft seien. Vor dem Sommer werde, so Reiter, keine Impfung der breiten Bevölkerung möglich sein. Bis dahin gelte leider weiterhin: Kontakte vermeiden, Abstand halten und Maske tragen.

© SZ vom 16.12.2020/van, wean
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