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Immobilien in München:Miet- und Kaufpreise steigen weiter

Baustelle "Meiller-Gärten", 2019

Gebaut wird an vielen Ecken der Landeshauptstadt.

(Foto: Claus Schunk)
  • Die Miet- und Kaufpreise in München und seinem Umland kennen weiterhin nur eine Richtung: aufwärts.
  • Doch die Preissteigerungen sind einer Studie zufolge "bei Weitem nicht so stark ausgeprägt" wie noch vor wenigen Jahren.
  • Für eine Eigentumswohnung aus dem Bestand mussten Käufer in Erding, Dachau und Ebersberg den höchsten Preisanstieg hinnehmen.

Geht man davon aus, dass der Mensch die Kontinuität mehr liebt als die Überraschung, dann könnte man dies als gute Nachricht verkaufen - aber auch nur dann. "Es ist noch kein Marktbericht rückläufiger Preise", sagt Stephan Kippes, "und ich sehe auch noch keine Immobilienblase ums Eck." Das bedeutet: Die Miet- und Kaufpreise in München und seinem Umland steigen weiter. Je nach Ort etwas mehr oder etwas weniger, auf enorm hohem oder weniger enorm hohen Niveau - aber sie steigen. Stephan Kippes leitet das Marktforschungsinstitut beim Immobilienverband IVD, das für seinen aktuellen Spezialbericht über das Münchner Umland erneut die Immobilienpreise und das Marktgeschehen untersucht hat.

Demnach sind die Preissteigerungen jedoch "bei Weitem nicht so stark ausgeprägt" wie noch vor wenigen Jahren, etwa bei Eigentumswohnungen aus dem Bestand. Den höchsten Preisanstieg verzeichnete die Kreisstadt Erding, hier bezahlten Käufer im Frühjahr dieses Jahres 7,6 Prozent mehr als noch im Herbst 2018. Es folgen Dachau (plus 7,1 Prozent) und Ebersberg (plus 4,7 Prozent). In Starnberg stiegen die Preise, von einem sehr hohen Niveau ausgehend, um 2,3 Prozent. Die Zuwächse in Fürstenfeldbruck (plus 1,6 Prozent) und Freising (plus 1,2 Prozent) fielen relativ moderat aus. In der Landeshauptstadt München mussten Käufer im Frühjahr durchschnittlich 4,3 Prozent mehr bezahlen als ein halbes Jahr zuvor.

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Ähnlich sieht es bei Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften aus. Die deutlichsten Anstiege im Segment der Einfamilienhäuser verzeichneten Dachau (plus sechs Prozent, 932 000 Euro) und Ebersberg (plus 4,7 Prozent, 803 500 Euro). Bei Doppelhaushälften wurden in München (plus 6,6 Prozent, 1,25 Millionen Euro) und Ebersberg (plus 5,3 Prozent, 840 000 Euro) die größten Zuwächse gemessen.

Im langfristigen Vergleich über fünf Jahre zeigen sich die Preissteigerungen noch viel deutlicher - sie fallen in allen Segmenten des Kaufmarktes und in allen Kreisstädten zweistellig aus. In Erding sind etwa Eigentumswohnungen in dem Zeitraum doppelt so teuer geworden (plus 99 Prozent, 4950 Euro pro Quadratmeter), gefolgt von Dachau (plus 75 Prozent, 4440 Euro), Ebersberg (plus 59 Prozent, 4460 Euro), München (plus 57 Prozent, 7200 Euro) und Fürstenfeldbruck (plus 55 Prozent, 4190 Euro). Generell sei gerade Ebersberg unter den Orten mit guter Anbindung noch "einer der bezahlbareren", sagt Kippes und korrigiert sich gleich, "bezahlbar" könne man das ja nicht nennen. "Also, einer der weniger unbezahlbaren", oder wie man das ausdrücken mag.

Im Vergleich zu den Kaufpreisen sind die Mieten fast schon moderat gestiegen. Am stärksten fielen die Zuwächse im Vergleich zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 in Freising (plus 4 Prozent, 13 Euro pro Quadratmeter) und Fürstenfeldbruck (plus 2,6 Prozent, 12,50 Euro) aus. Im Fünf-Jahres-Vergleich sind die Mieten in Erding um 45, in Ebersberg um 40, in München um 21, in Dachau um 20 und in Starnberg um 17 Prozent gestiegen. In München werden Bestandswohnungen für durchschnittlich 17 Euro pro Quadratmeter neu vermietet. Mietwohnungen in Starnberg sind fast genauso teuer wie in München, Erstbezugswohnungen und Kaufimmobilien sogar teurer. "Normalverdiener finden dort nichts", sagt die am Starnberger See tätige Maklerin Ursula Bluhm. Gerade ältere Häuser würden oft zu überhöhten Preisen verkauft.

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