Kontrolle in München:Polizei stoppt internationales Autorennen quer durch Europa

Einer Streife fielen zahlreiche Sportwagen vor einem Münchner Hotel auf, die teils abgedunkelte Scheinwerfer oder keine Kennzeichen hatten. Einige Teilnehmer des Rennens standen zudem unter Drogen.

Polizisten haben am Dienstagabend in Schwabing ein illegales Autorennen beendet, das durch ganz Europa führen sollte. Insgesamt 35 Sportwagen kontrollierten die Beamten vor dem Hotel Andaz in der Leopoldstraße. Aufkleber an den in England zugelassenen Luxusschlitten deuteten darauf hin, dass die Fahrer an dem sogenannten "Cannon Run" teilgenommen hatten.

Das illegale Straßenrennen sollte vom 6. bis zum 12. August dauern und die Teilnehmer von London über Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland wieder zurück in die britische Hauptstadt führen. "Grundsätzlich darf man sich schon treffen und gemeinsam durch Europa fahren", sagte ein Sprecher der Polizei. Einige Regeln gebe es jedoch und gegen diese hätten die internationalen Teilnehmer verstoßen. An einigen Autos waren Teile der Scheinwerfer abgeklebt, um ihnen ein noch aggressiveres Aussehen zu verpassen. Andere Fahrzeuge waren ohne Kennzeichen unterwegs.

An insgesamt 30 Wagen stellten die Beamten nach eigenen Angaben "gefährliche Mängel" fest. In vielen Fällen konnten diese noch an Ort und Stelle behoben werden. Ein Auto legten die Polizisten still, da es die erlaubten Lärmgrenzwerte bei Weitem überschritt. Ein weiterer Fahrer war ohne Frontscheibe unterwegs und durfte daher die Fahrt ebenfalls nicht fortsetzen.

Bei einem 28 Jahre alten Mercedesfahrer sowie einer 42-Jährigen, die mit einem Ferrari unterwegs war, schlugen Drogenschnelltests an. Sie mussten daraufhin den Fahrersitz räumen. Die übrigen Teilnehmer durften in legaler Geschwindigkeit den Rückweg nach Großbritannien antreten. Gegen den 29-jährigen Veranstalter des Rennens, der ebenfalls zugegen war, ermittelt nun die Polizei.

Das Rennen bezeichnete die Polizei als "nicht genehmigungsfähig". Die Regierung von Oberbayern habe beschlossen, das Rennen zu verbieten, teilte der Sprecher der Polizei weiter mit.

Seit Herbst 2017 gelten illegale Autorennen in Deutschland als Straftat. Dieser Straftatbestand ermöglicht es den Behörden, gegen die Teilnehmer strenger vorgehen zu können. In Bayern hat die Polizei in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 485 illegale Rennen registriert. 2019 verurteilten bayerische Gerichte 40 Menschen wegen der Teilnahme an illegalen Autorennen.

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