Weil ein Fahrgast ohne Grund die Notbremse in einem ICE kurz vor dem Münchner Hauptbahnhof gezogen hatte, ist es bei mehreren Zügen zu Verspätungen gekommen. 98 Züge seien wegen des Zwischenfalls in der Nacht auf Montag zu spät gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zusammen kamen die Bahnen auf über 50 Stunden Verspätung.
Der 56-Jährige habe nach der Betätigung der Notbremse im ICE 2845, von Berlin nach München, gegen 23.20 Uhr eine Tür mit der Notentriegelung geöffnet und sei über die Gleise gelaufen. Alle anderen Züge in dem Bereich wurden deswegen von der Leitstelle zu einem Nothalt gezwungen, die Gleise zwischen Donnersbergerbrücke und Hauptbahnhof gesperrt.
Nach etwa einer Stunde, gegen 0.40 Uhr, hob die Bundespolizei die Sperrung wieder auf. Die Beamten hatten den psychisch auffälligen, wohnsitzlosen Mann in der Nähe des Stellwerks an der Hackerbrücke gefunden. Gegen ihn werde nun unter anderem wegen des Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen ermittelt.

