Streit um IAA:"Für eine Weltstadt kleinkariert"

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Streit um IAA: Vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz soll es nach dem Willen des Stadtrats bei der nächsten IAA keine Ausstellungsflächen mehr für Hersteller geben.

Vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz soll es nach dem Willen des Stadtrats bei der nächsten IAA keine Ausstellungsflächen mehr für Hersteller geben.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann übt heftige Kritik an der Entscheidung von Grün-Rot, den Ausstellern der Automobilmesse IAA weniger öffentliche Flächen zur Verfügung zu stellen. Der Freistaat will nun Alternativen anbieten.

Von Anna Hoben

Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), hat die Stadt für ihren Umgang mit der Automobilmesse IAA scharf kritisiert. "Der rot-grüne Beschluss im Münchner Stadtrat ist für eine Weltstadt kleinkariert, innovationsfeindlich und damit mehr als bedauerlich", sagte er am Donnerstag. Der Stadtrat hatte am Mittwoch beschlossen, die Ausstellungsflächen bei einer Neuauflage der Messe im kommenden Jahr zu verkleinern. Damit will die grün-rote Stadtregierung auf die Kritik aus der Bürgerschaft an den Dimensionen der sogenannten Open Spaces reagieren, insbesondere am Stand von Mercedes vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz. Dort soll nun ein "konsumfreier Ort" entstehen. Zudem soll am Königsplatz die Netto-Ausstellungsfläche um 2000 Quadratmeter reduziert werden.

Staatskanzleichef Herrmann kündigte an, dass nun der Freistaat prüfen werde, welche Flächen er den Ausstellern noch zur Verfügung stellen könne - zum Beispiel den Hofgarten. Die IAA sieht er für den Industrie- und Mobilitätsstandort Bayern als "Schlüssel-Event". Die Münchner Erstauflage im vergangenen Jahr sei ein "großartiger Erfolg" gewesen, "das dezentrale und moderne Konzept hat Menschen aus aller Welt begeistert". Wenn sich nun rot-grüne Stadträte dahingehend äußerten, der Veranstalter könne ja wieder nach Frankfurt zurückkehren, wenn ihm etwas nicht passe, sei das "sehr befremdlich". Die Fraktionschefs von Grünen und SPD im Rathaus, Dominik Krause und Anne Hübner, sehen in dem am Mittwoch gefassten Beschluss keine Verletzung der Verträge, die die Stadt mit den Veranstaltern geschlossen hat. Hübner hatte im Stadtrat erklärt, sie hoffe, dass es zu einer Einigung komme. Wenn die Veränderung dazu führe, dass die IAA nicht mehr wolle, "dann muss man eben nach Frankfurt gehen".

Herrmann sagte, er erwarte, dass die Stadt "noch einmal über Kompromisse nachdenkt". Ziel sei es, die IAA langfristig an München und Bayern zu binden. "Bayern ist Autoland." Der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Automobilindustrie, Jürgen Mindel, hatte sich am Mittwoch von dem Beschluss irritiert gezeigt. Dass damit "einseitig das Konzept der Bewerbung in Teilen zurückgenommen wird, verwundert uns und ist schwer nachvollziehbar". Man werde die Folgen dieses Beschlusses nun prüfen. Ob die Messe in München bleiben soll, ließ Mindel offen.

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