Verkehr in München:Wo es durch die IAA zu Einschränkungen kommt

Die Internationale Automobilmesse startet in München und macht sich in der ganzen Stadt breit: Gesperrte Straßen werden den Verkehr ebenso behindern wie Protestaktionen. Ein Überblick.

Von Martin Bernstein

"What will move us next" steht auf einem Transparent über dem hermetisch abgeriegelten Königsplatz. Schon am Sonntag wird deutlich: Die "Mobility", die die Macher der am Dienstag beginnenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) anpreisen, wird die kommenden sieben Tage in der Münchner Innenstadt eher eingeschränkt sein. Eingezäunte "Open Spaces", gesperrte Autobahnausfahrten, eine für besondere Fahrzeuge reservierte "Blue Lane" mitten durch die Stadt, dazu Demonstrationen, eine Radsternfahrt, mögliche Blockadeaktionen, und so weiter. Den Durchblick zu behalten, was geht und was fährt während der IAA und was nicht, ist nicht ganz leicht. Zumal Polizei, Kreisverwaltungs- und Mobilitätsreferat auf Nachfrage häufig auf den jeweils anderen oder auf die Veranstalter verweisen.

Open Space

Das ist eine Umschreibung dafür, dass die IAA sich bei ihrer München-Premiere in der nördlichen Innenstadt breit macht. Mehrere Straßen und Plätze sind gesperrt, weil dort Firmen ihre Produkte und Konzepte präsentieren dürfen. Dem Ziel einer autofreien Stadt kommt man während der Autoausstellung zumindest im Museumsviertel schon recht nahe. Mit Zäunen und Sichtschutzwänden abgesperrt sind Königsplatz, Brienner Straße, Wittelsbacher Platz, Odeonsplatz und der Beginn der Ludwigstraße. Fußgänger dürfen aber rein, auch ohne Ticket. Das gilt auch für die weiteren "Open Spaces" wie Marstall-, Max-Joseph- und Marienplatz sowie die Residenzhöfe und den Hofgarten.

Blue Lane

Zwei Hauptschlagadern des Münchner Berufsverkehrs sollen als Transfer- und Teststrecke der IAA dienen. Diese "Blue Lane" zwischen Messegelände und Königsplatz soll stadteinwärts über Passauer Autobahn, Prinzregenten-, Von-der-Tann-, Theresien- und Arcisstraße führen, stadtauswärts über Gabelsberger Straße, Altstadtring, Maximilian- und Einsteinstraße auf die A 94. Was das konkret für den Autoverkehr bedeutet, ist offen. Die Polizei will nur eingreifen, wenn die Blue Lane gestört, zugeparkt oder blockiert wird, aber nicht, um Strafzettel zu verteilen. "Wir werden einen Blick darauf haben, aber nicht mit der Keule vorgehen", verspricht Polizeivizepräsident Michael Dibowski.

Umweltspur

Im Bereich zwischen der Anschlussstelle Moosfeld und dem Mittleren Ring erproben die Autobahn GmbH des Bundes, die Stadt, die Messe München und das Bayerische Verkehrsministerium versuchsweise auf der "Blue Lane" eine gelb markierte Umweltspur. Von Montag bis Sonntag "von etwa 8 bis 19 Uhr" dürfen dort Shuttle- und Linienbusse, Taxis, Fahrzeuge mit E-Kennzeichen sowie Autos mit mindestens drei Insassen fahren. Dafür muss die Einfahrt von der Weltenburger Straße in die Töginger Straße (Autobahnende) gesperrt werden. Im Bereich der Autobahn wird die Sonderspur auf dem Seitenstreifen verlaufen. In dieser Zeit werden die Einfahrten Zamdorf und Daglfing gesperrt.

Demonstrationen

Laut Innenministerium sind während der IAA 50 Kundgebungen angemeldet. Klimaschützer, IAA-Gegner und linksautonome Gruppen haben zudem für die gesamte Dauer der Autoschau Störaktionen angekündigt. Das Bündnis "Sand im Getriebe" will am Freitag, 10. September, "mit massenhaftem Ungehorsam und Blockaden" den Zugang zu den Veranstaltungsorten dicht machen. Am Samstag wird es wegen einer Radsternfahrt mit 14 Routen durch die Stadt und einer Großdemonstration mit Zehntausenden Teilnehmern zu massiven Behinderungen des motorisierten Autoverkehrs kommen. Ob davon am letzten Ferienwochenende die Autobahnen aus Richtung Lindau und Passau und der Mittlere Ring auch tangiert werden, ist derzeit noch offen.

Zur SZ-Startseite
IAA

Proteste gegen die IAA
:"Sand im Getriebe" ist manchen zu wenig

Gegen die Internationale Automobilausstellung, die erstmals in München stattfindet, hat sich eine Menge Widerstand formiert. Während die meisten zu gewaltfreien Blockaden und Störaktionen aufrufen, drohen einzelne mit Eskalation und Zerstörung.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB