Protest gegen die IAA„Die bundesweite Klimaszene hat keinen Bock auf Bayern“

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Organisieren den Protest gegen die IAA (von links): Lisa Poettinger (Moderation), Camp-Sprecher Michael Jäger,  Demo-Organisatorin Jana Häfner und Mira Klein (Antikapitalistisches Klimatreffen).
Organisieren den Protest gegen die IAA (von links): Lisa Poettinger (Moderation), Camp-Sprecher Michael Jäger,  Demo-Organisatorin Jana Häfner und Mira Klein (Antikapitalistisches Klimatreffen). Florian Peljak

Mit 500 Gästen rechnen die Organisatoren des Klimacamps im Luitpoldpark, das sich mit zukunftsorientierter Mobilität beschäftigt. Wegen des restriktiven Agierens der Polizei glauben die Initiatoren, dass nur wenige Aktivisten von auswärts anreisen werden.

Von Bernd Kastner und Johann Posch

Die großen Zelte sind weitgehend aufgebaut, der Luitpoldpark soll wieder Treffpunkt für Aktivisten sein. „Klimagerechtigkeit statt IAA“ lautet das Motto des Protestcamps gegen die Autoausstellung. Messe und Camp starten diesen Dienstag. Eine „Werbeshow“ für die Autoindustrie nennt Camp-Sprecher Michael Jäger die IAA, sie propagiere das Gegenteil einer zukunftsfähigen Mobilität. Besonders kritisieren Jäger und die anderen aus der Klimabewegung, dass die IAA zum dritten Mal in München zentrale Plätze und die Ludwigstraße für die „Open Spaces“ nutzen dürfe.

Er rechne mit rund 500 Gästen im Camp. Dort sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Am Donnerstagnachmittag zum Beispiel lädt Green City dazu ein, Ideen für die Gestaltung öffentlicher Plätze einzubringen und Fragen wie diese zu diskutieren: „Wie lassen sich Straßenräume so aufteilen, dass sie sowohl Aufenthaltsqualität als auch nachhaltige Mobilität ermöglichen?“

Jäger sagt, er nehme an, dass die Polizei versuchen werde, Protest zu unterbinden. Bei den Aktionen gegen die IAA 2021 und 2023 gerieten immer wieder Demonstrierende und Polizei aneinander. Die Polizei stellte den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray als notwendig dar. Man plane in diesem Jahr einige kleinere Aktionen, teils unangemeldet, sagt Jäger. Aus anderen Bundesländern erwarte man wegen der restriktiven Polizeitaktik nur wenige Aktivisten: „Die bundesweite Klimaszene hat keinen Bock auf Bayern.“

Jana Häfner ist eine der Organisatorinnen der Laufdemo, die am Samstagnachmittag am Karolinenplatz startet. Sie kritisiert die IAA als „Symbol für Ungerechtigkeit“, weil die Autoindustrie nicht nur die Klimakrise, sondern auch soziale Krisen weltweit verschärfe. Auch die Produktion von Elektroautos ändere daran nichts, wegen der dafür nötigen großen Mengen an Rohstoffen aus dem globalen Süden. Zudem seien die E-Autos viel zu schwer und stünden wie Verbrenner immer wieder im Stau: „1,5 Tonnen pro Person stop-and-go werden nie nachhaltig werden.“ Trotz nachlassenden Klima-Interesses in Politik, Medien und Bevölkerung wolle man nicht aufgeben, sagt Häfner: „Wir machen weiter.“

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