Mobilitätsmesse in München8000 Polizisten sind bei der IAA im Einsatz

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Bei den vergangenen Protesten gegen die IAA in München hatte die Polizei viel zu tun. 
Bei den vergangenen Protesten gegen die IAA in München hatte die Polizei viel zu tun.  Tim Wagner

Die Münchner Polizei bereitet sich auf die Proteste gegen die Automobilmesse vor, rechnet in diesem Jahr aber mit weniger Demonstrationen als bei vergangenen Veranstaltungen.

Von Joachim Mölter

Die Münchner Polizei bereitet sich betont gelassen auf die am kommenden Dienstag beginnende Mobilitätsmesse IAA vor. „In diesem Jahr ist die Zahl der Einsatzkräfte geringer als beim letzten Mal“, sagt Christian Huber, der als Vizepräsident der Münchner Polizei die Einsatzleitung innehat. Er rechnet damit, dass an den sechs Veranstaltungstagen insgesamt 8000 Beamte im Einsatz sein werden. Bei Bedarf könnten weitere Kräfte mobilisiert werden, derzeit geht Huber aber nicht davon aus, dass das nötig sein wird, wie er bei einer Medienrunde am Donnerstag erklärte: „Wir rechnen mit Protestgeschehen, aber nicht mit überbordendem.“

Bei den ersten beiden IAA-Veranstaltungen in München war der Widerstand verschiedener Klima- und Umweltgruppen groß gewesen: 2021 seilten sich Aktivisten von Autobahnbrücken ab und blockierten so stundenlang die Zufahrt nach München. 2023 klebten sie sich in der Innenstadt auf Straßen fest. Klima-Aktivismus sei zwar nach wie vor ein Thema, sagte Huber bei seinem Ausblick: „Aber es klebt sich seit Längerem niemand mehr fest.“

Bislang zeichne sich generell ein „geringeres Aufkommen von Versammlungsgeschehen“ ab, sagte Huber. Sechs größere Gegenveranstaltungen zur IAA Mobility seien angekündigt – 2023 waren es vor Beginn der Messe zehn Demonstrationen gewesen. Am Ende registrierte die Münchner Polizei dann fast 60 Demos, von denen 40 kurzfristig angemeldet worden waren und 19 gar nicht. Ein friedlicher Protest werde „jederzeit ermöglicht“, versicherte Huber, warnte aber: Bei Gewalttaten würden seine Beamten „konsequent dagegen vorgehen“. Konkrete Hinweise auf Gefahren habe die Polizei aber nicht.

Huber gab sich jedenfalls entspannt, als er auf das dritte Großereignis vorausschaute, das die Münchner Polizei in diesem Jahr zu bewältigen hat, nach der Sicherheitskonferenz im Februar und dem Champions-League-Finale im Mai. Die besonderen Herausforderungen im Vergleich dazu seien bei der IAA Mobility „die lange Dauer und der sehr große Einsatzraum“. Die großen Autobauer haben ihre Werbestände über die ganze Innenstadt verteilt.

Ein Tag gilt als besondere Herausforderung. Am Samstag, 13. September, kommen zu Fahrrad- und Fußgängerdemos wegen der IAA weitere Veranstaltungen dazu: auf der Leopoldstraße der Corso Leopold, im Fröttmaninger Stadion ein sogenanntes Hochrisiko-Fußballspiel zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV. Wegen alldem rechnet Huber an diesem Tag in der Spitze mit bis zu 2500 Beamten im Einsatz. „Es wird zu Verkehrsbeeinträchtigungen und Sperrungen kommen“, warnt er. Nicht nur Besucher der Mobilitätsmesse sollten an diesem Tag öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

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