IAA MobilityMehr Besucher, mehr Aussteller

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Als am Sonntagnachmittag die Sonne durchbricht, füllt sich die Münchner Innenstadt zusehends mit Menschen, die auf die Open Spaces der IAA strömen.
Als am Sonntagnachmittag die Sonne durchbricht, füllt sich die Münchner Innenstadt zusehends mit Menschen, die auf die Open Spaces der IAA strömen. Johannes Simon

Der Verband der Automobilindustrie, der die IAA Mobility zum dritten Mal in München veranstaltet hat, ist hochzufrieden mit der Resonanz. Allein das Fazit zum internationalen Erfolg deutscher Autobauer klingt angesichts der chinesischen Konkurrenz nicht überzeugend.

Von Martin Mühlfenzl

„What a great show“, dröhnt es an diesem Sonntagvormittag lautstark aus den Boxen über den Max-Joseph-Platz in der Münchner Innenstadt. Der Moderator des bayerischen Autobauers BMW, der sich mit all seinen Marken in riesigen Pavillons vor dem Nationaltheater breit gemacht hat, gibt am letzten Tag der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in der Landeshauptstadt noch einmal alles. Nur keine schlechte Stimmung aufkommen lassen angesichts des einsetzenden Regens. Und vor der Bühne beginnen tatsächlich einige Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit Promotern und Messehosts zu tanzen. Die Automesse, die nach 2021 und 2023 zum dritten Mal in München stattfand, klingt ausgelassen aus – und bricht alle Rekorde.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der die „IAA Mobility“ – so der offizielle Name der Automesse – veranstaltet, verzeichnete an den sechs Ausstellungstagen „deutlich“ mehr als eine halbe Million Besucher. Damit sei der Rekordwert aus dem Jahr 2023, als etwa 530 000 Menschen die sogenannten Open Spaces auf zentralen Plätzen im Münchner Zentrum sowie die Fachmesse „Summit“ in der Messestadt Riem bevölkerten, noch einmal übertroffen worden, teilt der VDA mit.

Vor allem die Open Spaces, die kostenfrei und öffentlich zugänglichen Ausstellungsflächen etwa auf dem Max-Joseph-Platz, dem Königsplatz, dem Marienplatz, der Ludwigstraße und dem Odeonsplatz, zogen auch in diesem Jahr wieder die Massen an. Präsentiert wurden den Besucherinnen und Besuchern laut VDA von den etwa 750 Ausstellern aus 37 Ländern mehr als 350 Weltpremieren und Neuheiten – auch von Herstellern alternativer Antriebsformen und E-Pedelecs sowie von der Münchner S-Bahn. Das waren 17 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Dabei spielten vor allem Neuheiten aus dem Bereich der Elektromobilität eine große Rolle – auch und gerade aus dem Ausland.

Mit weit mehr als 500 000 Besucherinnen und Besuchern an den sechs Ausstellungstagen stellt die IAA einen neuen Rekordwert auf.
Mit weit mehr als 500 000 Besucherinnen und Besuchern an den sechs Ausstellungstagen stellt die IAA einen neuen Rekordwert auf. Johannes Simon

Auffällig war in diesem Jahr die starke Präsenz chinesischer Autohersteller wie BYD oder XPeng, die mit Vehemenz auf den deutschen und europäischen Automarkt drängen und die schwächelnde heimische Autoindustrie unter Druck setzen. Dies macht sich auch am Anteil der internationalen Aussteller auf der diesjährigen IAA bemerkbar, der bei 57 Prozent lag.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sieht die deutsche Autoindustrie dennoch weltweit in der Pole-Position. Die nationalen Hersteller, so Müller, hätten auf der IAA auf „eindrucksvolle Weise und mit konkreten Innovationen und Weltneuheiten“ gezeigt, dass sie weltweit führend seien. Bereits gegenwärtig, so die VDA-Präsidentin, würden hierzulande die Produkte für die klimaneutrale und digitale Mobilität der Zukunft produziert.

Müller befand zudem, dass das Konzept der zweigeteilten Messe mit den Fachbereichen in der Messestadt Riem und den Open Spaces in der Innenstadt aufgehe; die hohen Besucherzahlen belegten das starke Interesse an der Mobilität der Zukunft. In der Frage, wie diese Zukunft genau aussehen soll, gingen die Meinungen auf dem Summit, der ebenfalls starke Besucherzuwächse zu verzeichnen hatte, allerdings auseinander. Bei der Eröffnung der IAA forderte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), das EU-weite Verbrennerverbot von 2035 an zu kippen. Dem wollte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nicht in dieser Vehemenz anschließen und sprach davon, an der Elektromobilität festhalten zu wollen – bei „mehr Flexibilität in der Regulierung“.

Bereits in zwei Jahren dürfte mehr Klarheit darüber herrschen, wie Politik und Industrie die Verkehrswende gestalten wollen. Im Jahr 2027 wird die IAA nach ihrem Umzug aus Frankfurt am Main zum vierten Mal in München stattfinden. Während der diesjährigen Automesse hatten sich der VDA und die Messe München darauf geeinigt, dass auch die kommenden drei Ausstellungen 2027, 2029 und 2031 in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden sollen.

An diesem Sonntag kommt am Nachmittag dann doch noch die Sonne über der Münchner Innenstadt durch. Und so endet sie im Trockenen – die „great show“ der Rekorde.

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