Münchner Protesttage:Die IAA war ein Erfolg - vor allem für die Gegner

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IAA Mobility - Proteste

Demonstranten gegen die Automesse IAA-Mobility stoßen mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.

(Foto: dpa)

Dass diese so viel Aufmerksamkeit für ihre Aktionen bekamen, lag auch am harten Vorgehen der Polizei. Nach Ende der Ausstellung kommen nun vor allem auf die Stadt ein paar unangenehme Fragen zu.

Kommentar von Thomas Anlauf

Die Automobilmesse IAA Mobility in München war ein voller Erfolg - zumindest für die Gegner der IAA. Sie haben mit Protestaktionen und großen Demonstrationen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Den Aktivisten ging es vor allem darum, die Automobilindustrie als klimafeindlich zu kritisieren, die Messe als Greenwashing zu bezeichnen und diese mit gezielten friedlichen Blockaden und Besetzungen zu stören. Das ist den überwiegend jungen Demonstrantinnen und Demonstranten gelungen.

Dass sie in den vergangenen Tagen so viel Aufmerksamkeit erhalten haben, lag aber auch an der Polizei, die mit einem Aufgebot von 4500 Beamten im Einsatz war, um schon im Vorfeld Aktionen zu verhindern. Bilder von knüppelnden Polizisten, die auch noch Pfefferspray einsetzten gegen Menschen, die einfach auf Bäumen Transparente aufhängen oder das Camp auf der Theresienwiese für eine Demonstration verlassen wollten, ließen die Proteste gegen die IAA hässlicher aussehen als sie letztlich waren.

Diese Bilder haben sicherlich auch Menschen abgeschreckt, die am Samstag bei einer Radsternfahrt nach München für eine Verkehrswende demonstrieren wollten. Trotzdem kamen viele Tausend Demonstranten, auch Familien mit Kindern. Sie protestierten nicht nur, sondern machten der Politik klar, dass ein Umdenken jetzt nötig ist. Und schließlich waren da auch diejenigen, die sich einfach auf der IAA informieren wollten, welche Zukunft das Auto und andere Mobilitätsformen haben werden, um sich womöglich von der alten Familienkutsche zu verabschieden und ein E-Auto zu kaufen. Blockade-Aktionen auf den Autobahnen haben da sicherlich viele Falsche getroffen, die womöglich auch einfach vom Land zur Arbeit fahren wollten oder mussten.

Eindeutige Verlierer der IAA sind aber die Stadt und die Münchner. Während sich die Automesse an den schönsten und zentralsten Plätzen ungehindert ausbreiten konnte, mussten Fußgänger, Radler und ja, auch Autofahrer, große Umwege in Kauf nehmen. Der Aufbau eines Infocontainers des Bund Naturschutz am Stachus wurde untersagt, das Protestcamp auf der Theresienwiese nur unter strengen Auflagen genehmigt. Das Streetlife-Festival, das jedes Jahr auf der Ludwig- und Leopoldstraße für alternative Mobilität wirbt, wurde wegen Corona abgesagt. 400 000 Messebesucher waren in München aber offenbar kein Problem in Corona-Zeiten. Der Stadtrat wird nun einige drängende Fragen aufarbeiten müssen.

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