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Sanierung:Hubschrauber-Einsatz am Deutschen Museum

Etwa 45 Minuten hat der Hubschrauber gebraucht, um 26 Stahlträger nach unten zu heben.

(Foto: Gerrit Faust/Deutsches Museum)

Ungewöhnliche Baumaschine: Für Arbeiten am Dach des Museums fliegt extra ein Schwerlast-Helikopter ein. Alles andere wäre noch aufwändiger gewesen - und noch teurer.

Aufsehenerregender Hubschrauber-Einsatz am Deutschen Museum: 45 Minuten lang ist am Donnerstagmorgen ein großer Helikopter über dem Haus gestanden - von vielen Schaulustigen beobachtet. Aber nicht wegen eines Notfalls, der Hubschrauber betätigte sich quasi als Kran. Er transportierte schwere Stahlträger ab.

Denn für die Sanierungsarbeiten am Deutschen Museum war über deren Luftfahrthalle bislang ein Wetterschutzdach montiert, wie Museumssprecher Gerrit Faust erläutert. Das wurde nun abgebaut - und 26 Stahlträger, jeder von ihnen etwa 800 Kilogramm schwer, mussten am Ende zurück auf den Erdboden. Eine Möglichkeit wäre gewesen, das mit einem 400-Tonnen-Autokran zu erledigen, sagt Faust. Für diesen hätte man aber eigens Betonfundamente gießen müssen. Das wäre teurer gekommen, als den Lastenhubschrauber zu bestellen - ein Gerät des Typs AS 332, genannt "Super Puma", das ohnehin im Münchner Umland im Einsatz und damit leicht verfügbar war, wie Faust erläutert.

Der Super Puma AS 332 mit einem der Stahlträger.

(Foto: Gerrit Faust/Deutsches Museum)

Der rote Hubschrauber, der Lasten mit einem Gewicht von mehr als vier Tonnen befördern kann, begann am Donnerstag gegen halb neun Uhr damit, die Stahlträger an einem 80 Meter langen Seil vom Dach zu heben und auf einen Tieflader am Boden zu legen. Jedes dieser Teile war zwischen zehn und zwölf Metern lang. Nach etwa 45 Minuten war die Arbeit getan und er drehte gen Norden ab.

Das weltbekannte Technikmuseum wird seit drei Jahren aufwendig saniert. "Zukunftsinitiative Deutsches Museum" heißt das Projekt, für das ursprünglich 450 Millionen Euro vorgesehen waren. Inzwischen sind Ausgaben von 600 Millionen Euro bewilligt, wobei bereits klar ist, dass auch diese Summe nicht für alle Arbeiten reichen wird, die ursprünglich geplant waren.

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