Münchner InnenstadtHofgarten-Brunnen werden saniert

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Einer von vier Schalenbrunnen im Hofgarten, die nun nach fast 70 Jahren saniert werden.
Einer von vier Schalenbrunnen im Hofgarten, die nun nach fast 70 Jahren saniert werden.
Foto: Stephan Rumpf

Fast 70 Jahre nach ihrer Wiederherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg müssen nicht nur die vier Brunnen selbst generalüberholt werden. Auch Leitungen und Ablaufsysteme werden optimiert.

Von Stephan Handel

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Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung saniert die Schalenbrunnen im Hofgarten an der Residenz. Bereits begonnen wurde mit der Sanierung des südwestlichen Brunnens. Die vier Brunnen sind in der Anlage an den Ecken eines Rechtecks platziert, in dessen Mittelpunkt der Dianatempel steht. Sie wurden von 1948 bis 1957 – wie der gesamte, im Krieg stark zerstörte Hofgarten – nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

Nun, nach fast 70 Jahren, sind nicht nur die Brunnen selbst marode. Auch Zu- und Abläufe haben durch Korrosion und Kalkablagerungen gelitten. Deshalb werden diese Leitungen erneuert, das Überlauf- und Ablaufsystem wird optimiert, damit Treibgut und Laub leichter entfernt werden können.

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Danach werden die Becken abgedichtet und neu beschichtet. Dazu müssen die Natursteinumrandungen aus Nagelfluh entfernt werden. Die Beschichtung soll vor mechanischen Einflüssen und UV-Strahlung schützen. Sie braucht eine längere Trocknungszeit und darf währenddessen weder Niederschlägen noch dem Sonnenlicht ausgesetzt sein – deshalb schützt ein Dach die Brunnen während der Sanierung. Die Kaskadenschalen in der Mitte der Brunnen aus Trentiner Rotmarmor werden poliert und gewachst.

Die Brunnen werden gespeist durch das historische Hofbrunnwerk. Es liegt unter dem nördlichen Arkadengang und besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus Pumpen, die angetrieben werden vom Wasser des Hofbrunnwerkkanals. Diese wiederum pumpen Grundwasser zu den Brunnen. Dieses Prinzip ist seit 1613, als der Hofgarten angelegt wurde, mehr oder weniger unverändert und mit nur wenigen Unterbrechungen in Betrieb. Die Technik wird manuell von einem Brunnwart instandgehalten.

Das historische Hofbrunnwerk versorgte in früheren Zeiten auch die Residenz und Teile der Stadt mit Wasser.
Das historische Hofbrunnwerk versorgte in früheren Zeiten auch die Residenz und Teile der Stadt mit Wasser.
Foto: Stephan Rumpf

In früheren Zeiten diente das Hofbrunnwerk nicht nur den Brunnen, sondern auch der Wasserversorgung der Residenz und der angrenzenden Stadtgebiete. Die Trinkwasserförderung wurde erst 1904 eingestellt, als München begann, sein Trinkwasser aus dem Mangfalltal zu beziehen. Das Hofbrunnwerk, zwischenzeitlich stillgelegt, wurde 1991 wieder in Betrieb genommen, als das Armeemuseum zur Staatskanzlei ausgebaut wurde.

Die Sanierung des ersten Hofgarten-Brunnens dauert voraussichtlich noch bis September, danach kommen die anderen drei dran. Sie bleiben währenddessen weiter in Betrieb, wenn auch wegen verminderter Dichtheit mit verminderter Wassermenge.

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