Münchner HofbräuNeuer Chef, neues Wiesn-Zelt

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So sieht das Wiesn-Zelt der staatlichen Brauerei bisher aus. Es ist das zweitgrößte Festzelt auf dem Oktoberfest, hier ein Bild aus dem Jahr 2024.
So sieht das Wiesn-Zelt der staatlichen Brauerei bisher aus. Es ist das zweitgrößte Festzelt auf dem Oktoberfest, hier ein Bild aus dem Jahr 2024. Foto: Leonhard Simon
  • Nach 25 Jahren wird Michael Möller als Chef der staatlichen Hofbräu-Brauerei von Jörg Lehmann abgelöst.
  • Die Hofbräu baut für 2027 ein neues Oktoberfest-Zelt.
  • Das neue Zelt soll durch verbundene Balkone luftiger wirken, aber weiterhin 10 000 Menschen Platz bieten.
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Nach einem Vierteljahrhundert bekommt die staatliche Brauerei eine neue Führung. Auf dem Oktoberfest leistet sie sich 2027 eine neue Bierhalle.

Von René Hofmann

Die Absenkung der Promillegrenze am Steuer, das Rauchverbot in der Gastronomie, Corona: In 25 Jahren kommen so einige, recht unterschiedliche Herausforderungen zusammen. Und wenn in der Zeit der Bierkonsum pro Kopf insgesamt um rund ein Drittel gesunken, der Umsatz einer bestimmten Brauerei aber um mehr als 100 Prozent gestiegen ist, dann lässt sich eines sicher sagen: Es waren bewegte Zeiten. „Der Chef hat das Schiff 25 Jahre auf Kurs gehalten“: So formulierte es Bayerns Finanzminister Albert Füracker am Mittwochabend zum Abschied von eben jenem Chef.

Im Festsaal des Hofbräuhauses wurde Michael Möller verabschiedet, mit hunderten geladener Gäste, Moderationen von Katja Wunderlich und einer Festrede des niederbayerischen Kabarettisten Django Asül, der seit 2008 an gleicher Stelle den Maibockanstich zelebriert. „An anderer Stelle probieren sie ja gerne öfter etwas Neues“, frotzelte Füracker in Richtung der privaten Konkurrenz auf dem Nockherberg.

Launige Ansprachen, ein heiteres Beisammensein bei Bier und Ochsenbäckchen: Im Grunde war es ein kleiner Maibockanstich, der da zelebriert wurde und der dem neuen Chef Jörg Lehmann noch einmal vorführte, was von ihm erwartet wird: die Staatsbrauerei so selbst- und traditionsbewusst zu lenken, dass sie auch weiter regelmäßig Gewinne ausweist. Lehmann kam zum 1. Januar von der Kulmbacher Brauerei, die zur Paulaner-Gruppe gehört. Er versprach, Hofbräu „bewusst und vorsichtig“ weiterentwickeln zu wollen.

Michael Möller (links) und sein Nachfolger Jörg Lehmann.
Michael Möller (links) und sein Nachfolger Jörg Lehmann. Foto: Johannes Simon

Ein wichtiger Baustein dafür dürfte eine der letzten großen Investitionen sein, die Füracker und Möller zusammen auf den Weg brachten: ein neues Zelt für die Wiesn. Das bisherige kann sich zwar noch sehen lassen, aber die 10 000 Menschen, die in ihm und im dazugehörigen Biergarten Platz finden, drängen sich bisweilen ungemütlich eng. Um das zu verbessern – und auch den Brandschutz – wird ein neues gebaut. Rund acht Millionen Euro wird das kosten. Die Planungen und TÜV-Absprachen sind weit gediehen, für das diesjährige Fest klappt es nicht mehr, aber 2027 soll der neue Biertempel stehen.

Er soll leichter auf- und abzubauen sein, genauso vielen Menschen Platz bieten, aber dadurch, dass die Balkone miteinander verbunden werden, mehr Gäste in die Höhe locken und so im Innenraum luftiger wirken. An der Gestaltung mit den Hopfenreben unter dem Zeltdach soll sich nichts ändern, und auch der Stehbereich vor der Bühne wird bleiben. Das zweitgrößte Zelt auf der Festwiese ist das einzige, in dem es einen solchen gibt.

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