Konzerte bei freiem EintrittEin klassischer Geheimtipp

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Bei den Streichertage an der Hochschule für Musik und Theater treten auch Stars wie Julia Fischer auf.
Bei den Streichertage an der Hochschule für Musik und Theater treten auch Stars wie Julia Fischer auf. (Foto: Robert Haas)

Die Streichertage an der Hochschule für Musik und Theater bieten selten Gespieltes auf hohem Niveau – bei freiem Eintritt. Obwohl weltbekannte Künstler auftreten, sind die Konzerte nie ausgebucht.

Von Harald Eggebrecht

Manchmal kann man sich nur wundern: Da gibt es eine Institution in München, die regelmäßig öffentlich präsentiert, was in ihrem Mauern vor sich geht: die Hochschule für Musik und Theater. Doch obwohl Vortragsabende der Studierenden der verschiedenen Instrumental- und Gesangsklassen eintrittsfrei zugänglich sind, sind der kleine oder der große Konzertsaal der Hochschule meistens nur schütter besetzt. Auch bei den jeweiligen Jahresevents wie den Tagen der Bläserkammermusik, den mehrtägigen Auftritten der Klavierklassen oder denen der historisch orientierten Aufführungspraxis und anderen Veranstaltungen ist der große Saal keineswegs ausgebucht.

Das gilt sogar für die nun schon zum zwölften Mal abgehaltenen Streichertage, in diesem Jahr vom 10. bis 12. Dezember, Beginn jeweils 19 Uhr. Dabei prunken die drei Konzerte mit weltbekannten Namen wie zum Beispiel Julia Fischer, Lena Neudauer, Sarah Christian, Kirill Troussov oder Roland Glassl, die gemeinsam mit ihren Studierenden auftreten und an den drei Tagen ein wirklich anspruchsvolles und originelles Programm bieten, das jeweils einen brechend vollen Saal mehr als verdient. Wie gesagt: bei freiem Eintritt!

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Es beginnt am 10. Dezember mit englischer Musik. Der in Deutschland immer noch nicht seinem Rang und seiner Bedeutung nach gewürdigte große Ralph Vaughan Williams schrieb sein Phantasy Quintett 1912 für zwei Violinen, zwei Bratschen und Violoncello, hier gespielt von Lena Neudauer und Anna-Sophie Dauenhauer, Violinen, Roland Glassl und Ionel Ungureanu, Bratschen und Clemens Weigel, Violoncello. Es folgt das Sextett von Frank Bridge. Mit den Professoren Markus Wolf erste Violine, Hariolf Schlichtig, Viola, Clemens Weigel, Cello, treten Jeremias Pestalozzi, Violine, Marina Kosaka, Viola und Barna Károly, Cello auf. Edward Elgars rauschende Streicherserenade bieten Julia Fischer, Kirill Troussov, Lena Neudauer, Sarah Christian an der Geige mit Roland Glassl, Viola, Clemens Weigel, Cello und Alexansra Scott, Kontrabass. Benjamin Brittens Variationen auf ein Thema von Frank Bridge liefert ein Streichensemble von Studierenden.

Für den 11. Dezember lautet das Motto „Ein Himmel voller Geigen“: Sergei Prokofjews Sonate für zwei Geigen spielen Sarah Christian und Julia Fischer, Astor Piazollas Duo für Geige und Kontrabass Lena Neudauer und Alexandra Scott. Grazyna Bacewiczs witziges Quartett für vier Violinen versammelt Sarah Christian, Kirill Troussov, Lena Neudauer und Julia Fischer. Für Felix Mendelssohns einzigartiges Oktett kommen noch die Bratscher Roland Glassl, Ionel Ungureanu und die Cellisten Matthias Gredler und Valentin Lutter dazu.

Der dritte Abend am 12. Dezember umfasst eine selten zu hörende Violine-Solosuite von Johann Joseph Vilsmayr (1663-1722) mit der Barockgeigerin Plamela Nikitassova, das spätromantisch empfindungsreiche Streichquintett von Max Bruch mit Fischer, Neudauer, Glassl, Ungureanu und Weigel. Zum Abschluss gibt es dann das klangsatte B-Dur-Sextett von Johannes Brahms, bei dem neben den Violinisten Sarah Christian und Kirill Troussov zu Roland Glassl, Viola, überraschend Julia Fischer an der zweiten Bratsche auftaucht. Clemens Weigel und Mila-Martha Prokopiev vervollständigen als Cellisten die Besetzung. Wer also Musik erleben will, selten Gespieltes und das auf tollem Niveau, der sollte keinen der drei Abende versäumen!

Streichertage, Hochschule für Musik und Theater, 10. bis 12. Dezember, Beginn jeweils 19 Uhr

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