Sammelleidenschaft„Postkarten können Leute nicht heilen, aber glücklich machen“

Lesezeit: 4 Min.

Postkartensammler und -verkäufer Norbert Haidl in seinem Lager in Ottobrunn bei München.
Postkartensammler und -verkäufer Norbert Haidl in seinem Lager in Ottobrunn bei München.
Foto: Catherina Hess

Norbert Haidl handelt mit historischen Postkarten, mehr als 200 000 besitzt er davon. Warum sie für ihn im Gegensatz zu Pokémon-Karten ein ehrliches Sammelgebiet sind und welche Motive seine Kundschaft besonders schätzt.

Von Sabine Buchwald

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Anzunehmen, dass Fräulein Livia Gebauer in Ebersbach bei Löbau die Karte mit dem pausbäckigen Buben und dem grünen Kleeblatt in einem Winter bekommen hat. „Glückliches Neujahr“ steht vorne drauf. Wünsche, verschickt zu einer Zeit, als das Porto dafür nur sechs Pfennige kostete und Adolf Hitler an der Macht war. Diese Deutung jedenfalls lässt dessen Konterfei und die Zahl Sechs auf der lilafarbenen Briefmarke zu. Den Poststempel darauf kann man mit bloßen Augen kaum mehr lesen. Ebenso schlecht liest sich die geschwungene, feine Handschrift einer Lina, die diese Karte vor etwas weniger als 100 Jahren wohl zu einem Jahreswechsel schrieb.

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