Münchner InnenstadtHirmer-Haus darf verkauft werden – Investor Erich Schwaiger zahlt 124 Millionen Euro

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Das Landgericht München I sieht keine rechtliche Grundlage für einen Verkaufsstopp des Hirmer-Stammhauses an Erich Schwaiger.
Das Landgericht München I sieht keine rechtliche Grundlage für einen Verkaufsstopp des Hirmer-Stammhauses an Erich Schwaiger. (Foto: Robert Haas)
  • Das Landgericht München I hat den Antrag von Christian Hirmer auf Verkaufsstopp des Hirmer-Stammhauses zurückgewiesen.
  • Die Immobilie kann nun wie geplant für 124 Millionen Euro an den Münchner Unternehmer Erich Schwaiger verkauft werden.
  • Hintergrund ist ein Familienstreit, bei dem Christian und Annette Hirmer den Verkauf ablehnen, während Ulrich und Ferdinand Hirmer ihn befürworten.
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Im Familienstreit der Mode-Unternehmer hat das Landgericht eine wichtige Entscheidung gefällt. Nun ist der Weg wohl frei für den Käufer, der vor Kurzem schon andere sehr prominente Immobilien in der Fußgängerzone übernommen hat.

Von Catherine Hoffmann

Der Verkauf des traditionsreichen Hirmer-Stammhauses in der Kaufingerstraße kommt voran. Das Landgericht München I hat einen Antrag von Christian Hirmer auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Damit kann die Immobilie vermutlich wie geplant für 124 Millionen Euro an den Münchner Unternehmer Erich Schwaiger verkauft werden. „Der Finalisierung des Verkaufs steht nichts im Weg“, sagt ein Sprecher der Hirmer-Gruppe. Christian Hirmer, einer der Gesellschafter des Familienunternehmens, hatte versucht, den Verkauf zu stoppen. Der Beschluss des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig. Gegen die Entscheidung kann binnen zwei Wochen Beschwerde eingereicht werden.

Hintergrund des Streits ist eine seit Monaten öffentlich geführte Auseinandersetzung innerhalb der Unternehmerfamilie. Während Ulrich und Ferdinand Hirmer den Verkauf an Schwaiger befürworten, lehnen Christian Hirmer und seine Schwester Annette den Schritt ab. Sie hätten lieber zu einem höheren Preis veräußert. Christian Hirmer sagt, er habe zusammen mit Partnern aus London ein finanziell besseres Angebot vorgelegt, das jedoch nicht berücksichtigt worden sei. Sein Bruder Ferdinand entgegnet, zum entscheidenden Zeitpunkt habe kein unterschriftsreifer Vertrag der Londoner Gruppe vorgelegen.

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Jetzt kommt also Schwaiger zum Zug, der bereits das ehemalige Kaut-Bullinger-Haus an der Rosenstraße und die Immobilien des Sporthauses Schuster übernommen hat. Die Wahl sei auch deshalb auf Schwaiger gefallen, weil dieser bereit sei, dem Modehaus einen langfristigen Mietvertrag zu gewähren, sagt Ulrich Hirmer. Mit dem Geld aus dem Verkauf möchte Hirmer Kredite zurückzahlen und die Zukunft des Modegeschäfts dauerhaft sichern. Die Familie plant, sich strategisch wieder stärker auf das Kerngeschäft mit Herrenmode zu konzentrieren; aus dem Immobiliengeschäft zieht sich die Gruppe allmählich zurück.

Für das Modehaus bedeutet dieser Schritt zugleich Rückbesinnung und Neuaufstellung. Hirmer gilt mit 9000 Quadratmetern Verkaufsfläche als einer der größten Herrenausstatter der Welt. Über Jahrzehnte wuchs das Geschäft – durch die Übernahme von Eckerle und durch den Aufbau von „Hirmer Große Größen“, einem Segment, das sich bundesweit erfolgreich etablierte. Jetzt liegt der Fokus darauf, dieses Geschäft zu stärken: mit persönlicher Beratung, hoher Sortimentsbreite und einem Einkaufserlebnis, das bewusst nicht rein digital gedacht ist.

Vermutlich bedeutet die gerichtliche Entscheidung allerdings nicht das Ende des Konflikts. Die Auseinandersetzung innerhalb der Familie dürfte weitergehen – auch vor den Augen der Belegschaft. Die Geschäftsführung betont unterdessen, dass der Betrieb weiterläuft und das Stammhaus auch künftig in der Kaufingerstraße bleiben soll. „Hirmer bleibt Hirmer“, sagt Ulrich Hirmer dazu.

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