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München heute:Schweine für die Forschung eingepfercht / Wenn Sport zur Sucht wird

Sid Casal trainiert vier- bis fünfmal pro Woche im Fitnessstudio. Gefährdet ist er nicht, weil er noch andere Interessen hat. Dass das Aussehen durch soziale Medien aber zunehmend wichtiger wird, spürt auch er.

(Foto: Robert Haas)

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Der Gang ins Fitnessstudio ist für viele junge Männer eine Selbstverständlichkeit. Wer sich Brust und Arme aufpumpt, gilt häufig als schön, wer sich dem Krafttraining verweigert, als unsportlich und wenig selbstbewusst, oder um es in der Jugendsprache auszudrücken: als Lauch. Soziale Medien und deutsche Rapper tragen ihren Teil dazu bei, dass der Bizepsumfang immer wichtiger wird für junge Männer, gerade für diejenigen, die vielleicht sowieso schon Probleme mit ihrem Äußeren haben. Der Sport als Brücke zum Selbstvertrauen.

Bei den meisten funktioniert das. Sid Casal etwa trainiert seit sieben Jahren, vier- bis fünfmal pro Woche stählt er seine Muskeln in einem Fitnessstudio in der Landsberger Straße. Das Training gibt ihm ein gutes Gefühl. Auch er erkennt den Trend zum muskelbepackten Mann, problematisch findet er ihn nicht. "Der Wunsch, einen schönen Körper zu haben, war schon immer im Menschen", sagt er.

Bei manchen aber wird der Sport zur Sucht. Sie leiden unter dem sogenannten Adonis-Komplex: sechs- bis neunmal pro Woche Krafttraining, der Sport und das eigene Äußere nehmen einen so hohen Stellenwert ein, dass andere Lebensbereiche auf der Strecke bleiben. Und natürlich geht das exzessive Sporttreiben irgendwann auf die Gesundheit.

Für solche Menschen ist Dr. Christian Strobel da. Der Therapeut leitet seit vergangenem Jahr eine Beratungsstelle bei der Münchner Caritas, die sich speziell um vom Adonis-Komplex betroffene Männer kümmert. Im Gespräch hat er mir erzählt, wer die Männer sind, die zu ihm kommen, welche Gründe die Erkrankung haben kann - und warum er trotz seiner Erfahrungen weit davon entfernt ist, den Gang ins Fitnessstudio zu verteufeln. (Jetzt mit SZ Plus lesen)

DER TAG IN MÜNCHEN

Eingepfercht für die Forschung: Angehende Tierärzte sollen an der Ludwig-Maximilians-Universität etwas über moderne Stallhaltung lernen. Was sie erleben? Schweine in "erbärmlichen" Zuständen. Die Uni beruft sich auf Fristen - und Kostendruck.

Tucherpark am Englischen Garten verkauft: Der Preis für den Komplex soll bei rund 1,1 Milliarden Euro liegen. Laut den Investoren soll der Tucherpark in Zukunft auch zu einem Wohnviertel werden.

Facebook muss gesperrten Account wieder freigeben: Das Netzwerk hatte auf einen Beitrag reagiert, der vor Flüchtlingen mit "frisch gewetzten Messern" warnte. Das Landgericht München hält die Äußerung jedoch "noch für zulässig".

Bauausschuss lehnt neue Verkehrsführung auf der Ludwigsbrücke ab: Das Baureferat scheitert im Stadtrat mit dem Plan, auf der gesamten Strecke zwischen Isartor und Gasteig Autofahrern eine Fahrspur zu streichen. Doch bis zur nächsten Vollversammlung soll die Mehrheit stehen.

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