München heute:Schuhbeck zu Gefängnisstrafe verurteilt / Wie lange Studierende auf einen Platz im Wohnheim warten

München heute: Alfons Schuhbeck hat bis zuletzt gehofft, hat gearbeitet wie immer, vielleicht auch, um das bevorstehende Urteil zu verdrängen.

Alfons Schuhbeck hat bis zuletzt gehofft, hat gearbeitet wie immer, vielleicht auch, um das bevorstehende Urteil zu verdrängen.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Ulrike Heidenreich

"Der Mann, der nun in schwarzem Anzug mit Einstecktuch die fünf Marmorstufen zum Gerichtssaal 134 im Münchner Justizpalast emporgeht, hat sich entschieden, die Angst zu verdrängen", schreibt meine Kollegin Annette Ramelsberger. Sie ist unsere Gerichtsreporterin, sie hat schon viele Prozesse für die Süddeutsche Zeitung beobachtet. Und auch an diesem Donnerstag ist sie bei der Verhandlung gegen Alfons Schuhbeck, "Star- und Sternekoch seit fast 35 Jahren, Liebling der Münchner Society, Gaudibursch und Sprüchemacher, der einem mit bubenhaftem Charme auch noch die einfachste Leberwurst als Gourmet-Spezialität verkaufte", dabei.

Das Landgericht München I hat den 73-Jährigen am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Das bedeutet, dass Alfons Schuhbeck ins Gefängnis muss. In wenigen Wochen wird der ehemalige "Starkoch" die Ladung zum Haftantritt bekommen.

Es gibt Prozesse, bei denen die Gerichtsreporterinnen und Reporter auf Menschen treffen, die sich keiner Schuld bewusst sind, mitunter dreist auftreten und sogar mögliche Opfer verhöhnen. Bei Alfons Schuhbeck war das anders, er räumte die Vorwürfe gegen ihn nach und nach ein. Man sah, dass es dem Mann auf der Anklagebank schlecht geht, er ist abgemagert, hat Ringe unter den Augen. Von seinen Spezln ließ sich niemand blicken.

Vor acht Jahren stand hier im Saal Uli Hoeneß vor Gericht, ebenfalls wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Der FC-Bayern-Koch Schuhbeck hatte "nur" 2,3 Millionen Euro hinterzogen, bei Hoeneß waren es damals 28,5 Millionen Euro. Die beiden sind gut miteinander bekannt und bekannt ist auch, dass von einer Million Euro hinterzogener Steuern an keine Bewährungsstrafe mehr möglich ist. Auch bei Reichen und Berühmten zu Recht nicht, wie Annette Ramelsberger in ihrem Kommentar darlegt (SZ Plus). Unsere Gerichtsreporterin hat auch mitgeschrieben, als Schuhbeck das letzte Wort vor Gericht vom Blatt las: "Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe. Ich kann es nicht ändern, ich kann nur versuchen, den Schaden wieder gutzumachen, und Verantwortung übernehmen." All diese Szenen finde sie in ihrer lesenswerten Reportage (SZ Plus).

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