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München heute:Kita-Streik: "Wir Eltern sind wegen Corona am Limit" / Mordprozess ohne Leichen

Streik in öffentlichen Kindertagesstätten

Wenn die Angestellten - wie am Montag wohl vielerorts in München - in den Ausstand treten, können die Kinder nicht in die Kita gehen.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

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Von Bernd Kastner

Eigentlich sind sie natürliche Verbündete. Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas wollen dasselbe: Dass es den Kindern gutgeht, dass sie betreut, gebildet und bespaßt werden. Gut bezahltes und motiviertes Personal ist eine grundlegende Voraussetzung für die optimale Betreuung der Jüngsten. Eigentlich also haben Eltern und Kita-Personal dieselben Ziele.

Tatsächlich aber wird es diesen Montag wieder großen Ärger geben bei vielen Eltern. Ihre Kita ist geschlossen, weil das Personal streikt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben im Zuge der bundesweiten Tarifverhandlung für den öffentlichen Dienst auch die Beschäftigten in den Betreuungseinrichtungen in München zum Warnstreik aufgerufen. Viele kommunale Krippen, Kitas und Horte werden also an diesem Montag geschlossen bleiben, die Eltern müssen sich um eine Ersatzbetreuung kümmern. Und das in Corona-Zeiten, da ohnehin schon viele Familien am Anschlag sind.

"Sorry, der Streik geht gar nicht", fasst Daniel Gromotka die Meinung vieler Mütter und Väter zusammen: Streikrecht ist Grundrecht, das schon, aber es müsse doch nicht gerade jetzt sein, die Aktion müssten vor allem die Eltern ausbaden. Er ist einer der führenden Elternvertreter in München und hat sich auf Einladung der SZ mit der Gewerkschafterin Merle Pisarz zum Streitgespräch per Video zusammenschalten lassen (SZ-Plus). Nachvollziehbar sei die Kritik aus Sicht der Eltern, sagt Pisarz, die selbst gelernte Erzieherin ist. Aber: Ohne Streik kein Druck, "dann kann man die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auch gleich sein lassen". Und überhaupt, wenn man wegen Corona nicht kämpfen dürfe: Wann soll es dann wieder erlaubt sein, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen?

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