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München heute:Die Corona-Krise und der Wohnungsmarkt / Kliniken setzen alles auf Bereitschaft

Musizieren gegen Corona: Das Zuhause ist in diesen Zeiten Zufluchtsort und Zwang zugleich.

(Foto: Matthias Schrader/AP)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Der Witz ist verlockend: Endlich, könnte man sagen, werden die teuren Münchner Wohnungen durch die Ausgangsbeschränkungen mal so richtig ausgiebig genutzt. Tatsächlich aber wird für manche in dieser Krise ausgerechnet das Zuhause, an das nun alle - für wer weiß wie lange - gebunden sind, zum Problem. Weil es für sie wegen Kurzarbeit oder, etwa bei freischaffenden Künstlern, durch den kompletten Wegfall von Honoraren, plötzlich schwierig bis unmöglich wird, die Miete zu bezahlen.

Wie sich die Corona-Krise auf den Wohnungsmarkt auswirkt, darüber habe ich mit einer Mieterin, mit dem Eigentümerverein, mit Maklern und einem Immobilienexperten gesprochen. Die Mieterin, Krisztina Csanyi, hat mir etwas Schönes erzählt - auch das gibt es ja glücklicherweise in dieser schwierigen Zeit: Sie arbeitet in der Hotellerie, im April stellt ihr Arbeitgeber auf Kurzarbeit um. Und weil ihre Vermieter das schon geahnt haben, beschlossen sie kurzerhand, ihr für einen Monat die Miete zu erlassen. Eine schöne Geste, die vielleicht gar nicht so selten ist, wie man denkt. Mieter und Vermieter müssten jetzt zusammenstehen, findet der Mieterverein. Und die meisten Eigentümer sehen das wohl auch so. Viele Vermieter seien durchaus bereit, ihren Mietern in der aktuellen Situation entgegenzukommen, sagt Rudolf Stürzer vom Haus- und Grundbesitzerverein.

Manche Hotelbetreiber zeigen sich indes einfallsreich. Ein Hotel im Münchner Osten vermietet seine Zimmer nun monatsweise: 850 Euro für 18 Quadratmeter, Fitnessraum-Nutzung inklusive, Zimmerservice mit Handtuchwechsel einmal pro Woche. Und, in diesen Zeiten nicht unwesentlich: "Klopapier ist auch dabei", wie der Hoteldirektor versichert.

DER TAG IN MÜNCHEN

79-Jähriger stirbt an Covid-19, Öffnungszeiten nur für Risikogruppen gefordert In München gibt es einen zweiten Todesfall in Zusammenhang mit der Pandemie. OB Dieter Reiter fordert indes Supermärkte auf, Einkaufszeiten zu staffeln.

Diebe klauen 22 Mehlsäcke aus Pizzeria Die Polizei sieht bei der Tat einen Zusammenhang mit der Corona-Krise. Gleiches gilt für Diebstähle in zwei großen Kliniken. Dort wurde Material zum Infektionsschutz entwendet.

Münchens Kliniken setzen alles auf Bereitschaft Große Krankenhäuser stocken ihre Notfall-Kapazitäten stetig für die erwartete Covid-19-Welle auf. Privatkliniken und Praxen leiden unter verschobenen Operationen.

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