München heute:Der Frauennotruf wird 30 Jahre alt / Wie es zur Absetzung des Theaterstücks "Vögel" kam

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München heute: Bei der Pressekonferenz des Frauennotrufs spricht Natalia Zollitsch (rechts) über ihre Gewalterfahrung. Vor zehn Jahren wurde sie von einem Freund vergewaltigt.

Bei der Pressekonferenz des Frauennotrufs spricht Natalia Zollitsch (rechts) über ihre Gewalterfahrung. Vor zehn Jahren wurde sie von einem Freund vergewaltigt.

(Foto: Florian Peljak)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Katharina Haase

Statistisch betrachtet erleben rund 60 Prozent aller Frauen in Deutschland sexuelle Belästigung, jede siebte wird im Laufe ihres Lebens Opfer strafrechtlich relevanter sexualisierter Gewalt. Das bedeutet, dass wohl jede - sofern nicht sogar selbst betroffen - mindestens ein solches Gewaltopfer im Bekanntenkreis hat. Das man davon meist nicht weiß, liegt daran, dass viele der Opfer schweigen, aus Scham oder Angst. Am Ende werden nur rund zehn Prozent aller Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht. Die meisten Anzeigen enden ohne Verurteilung des Täters.

Die Beratungsstelle Frauennotruf München gibt Opfern sexualisierter Gewalt die Möglichkeit, sich schnelle und diskrete Hilfe zu suchen. Neben akuter Krisenintervention gibt es noch unzählige weitere Angebote, auch im präventiven Bereich. Im Jahr 2021 wandten sich 1899 hilfesuchende Frauen an die Beratungsstelle. Heuer feiert der Frauennotruf sein 30-jähriges Bestehen.

Natalia Zollitsch ist eines der Gesichter der Kampagne Speak-Up, die im vergangenen Jahr vom Frauennotruf initiiert wurde. Sie ist das Opfer einer Vergewaltigung und spricht öffentlich über das, was sie erlebt hat. "Ich habe gemerkt, welche Vorbildfunktion ich damit erfülle", sagt Zollitsch. Und die ist enorm wichtig. Denn nur, wenn das Thema in den Köpfen der Menschen präsent bleibt, wird es wohl irgendwann gelingen, ein dauerhaftes Umdenken in unserer Gesellschaft zu erreichen.

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