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München heute:So verlief das Wochenende mit Corona-Demo und Alkoholverbot / Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht

Demonstrantin? Gegendemonstrantin? Das ist an diesem Tag oft schwer zu unterscheiden. Die Seifenblasenfrau wurde kurz zuvor von der Polizei aufgefordert, eine Maske anzuziehen. Das machte sie, zumindest halb.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

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Von Heiner Effern

Corona ist ja ein Dauerthema, seit dieses Virus die Gesundheit der Menschen und das gesellschaftliche Leben angreift. In München wie praktisch überall auf der Welt. Dieses Wochenende aber stand die Stadt ganz besonders unter dem Vorzeichen dieses unsichtbaren Feindes. Zuerst die gute Nachricht. Der Inzidenzwert, also die Zahl der neu Angesteckten bezogen jeweils auf 100 000 Einwohner in einer Woche, hat die kritische Grenze von 50 nicht gerissen. Das hatten viele Beobachter angesichts der steigenden Zahlen befürchtet, Kindertagesstätten und Schulen müssten dann wahrscheinlich ziemlich schnell wieder in den Notfallmodus schalten.

Dieser gilt seit diesem Wochenende aber für Partyfans, die in lauen Herbstnächten noch draußen feiern wollen. Am Gärtnerplatz trat wie an vier weiteren Münchner Plätzen von 23 Uhr an erstmals ein Alkoholverbot in Kraft. Keine falschen Trinkbewegungen, so heißt das im Amtsdeutsch. Schon zwei Stunden vorher durfte in einem Umkreis von 500 Meter niemand mehr Alkohol zum Mitnehmen verkaufen. Mein Kollege Philipp Crone hat am Freitagabend das Treiben am und rund um den Gärtnerplatz beobachtet. In seiner Reportage stößt man auf wenig amüsierte Nachtschwärmer und Polizisten, dafür aber auf so einige junge Menschen, die sich neu orientieren mussten. So viel sei dazu verraten: Im Großen und Ganzen blieb es ruhig.

Ähnliches kann man für die beiden Corona-Demonstrationen vom Samstag feststellen. Mit großer Spannung hatte man diese in München erwartet, nachdem solche Proteste in Berlin Ende August eskaliert waren und Rechtsextreme auf der Treppe des Reichstags für Bilder sorgten, die außer diesen wirklich niemand sehen will. Doch der Polizei blieb offenbar genügend Zeit, um sich ordentlich vorzubereiten. Etwa 10 000 Menschen versammelten sich weitgehend friedlich auf der Theresienwiese und taten kund, dass es für sie kein gefährliches Virus und keine Pandemie gibt. Wir haben den Protestzug und die anschließende Demonstration begleitet.

Wer noch tiefer in die Welt der Esoteriker und der Verschwörungstheorien eintauchen und verstehen will, warum diese Corona-Proteste nicht nur gefährlich für die Gesundheit, sondern auch für die Gesellschaft sind, kann dies ausführlich auf der Seite drei tun (SZ Plus).

DER TAG IN MÜNCHEN

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