Cybercrime:Hacker attackieren Münchner Helmholtz-Zentrum

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Das Helmholtz Zentrum in München wurde Ziel einer Cyber-Attacke. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Kommunikation der Forschungseinrichtung ist nachhaltig gestört. Selbst die Polizei konnte die Einrichtung zunächst nicht erreichen - und musste einen Beamten persönlich vorbeischicken, um nachzusehen, was dort los ist.

Von Martin Bernstein

Auf das Münchner Helmholtz Zentrum ist eine Cyber-Attacke verübt worden, die offenbar die gesamte Kommunikation der Forschungseinrichtung an der Ingolstädter Landstraße in Neuherberg lahmgelegt hat. Die Münchner Polizei hat das auf Nachfrage bestätigt. Das Forschungszentrum hat bislang auf Anfragen per Mail nicht reagiert - vermutlich, weil die IT noch immer gestört ist. Auch telefonisch ist die Einrichtung nicht erreichbar. "Die gewünschte Rufnummer ist zurzeit abgeschaltet", heißt es bei einem Anruf.

Der Angriff der bis dato unbekannten Hacker soll sich Anfang vergangener Woche ereignet haben. Die Münchner Polizei wusste davon zunächst nichts. Als nach einer Anfrage der Süddeutschen Zeitung eine telefonische Kontaktaufnahme scheiterte, schickte das für Cybercrime zuständige Kriminalfachdezernat 12 einen Mitarbeiter persönlich in den Münchner Norden. Seither ermittelt die Kriminalpolizei in dem Fall.

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Mehrere Sicherheitsbehörden in Bayern kümmern sich um die Abwehr von Bedrohungen im virtuellen Raum. Das Cyber-Allianz-Zentrum Bayern (CAZ) im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz unterstützt ansässige Unternehmen, Betreiber kritischer Infrastruktur sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Prävention und Abwehr von elektronischen Angriffen durch fremde Staaten. Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt ist als zentraler Ansprechpartner bei der Bayerischen Polizei für alle bayerischen Unternehmen, Behörden, Verbände und Institutionen "Ersthelfer" und Berater. Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige und öffentliche Einrichtungen oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität.

Das Helmholtz Zentrum München ist ein Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Auf dem mehr als 50 Hektar großen Campus sind rund 2500 Mitarbeiter tätig. Auch in der Stadt München und in Garching gibt es angeschlossene Einrichtungen. Schwerpunkt der Forschungen ist der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Gesundheit.

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