Tierpark Hellabrunn:Orang-Utan Matra ist tot

Orang-Utan-Weibchen Matra im Münchner Tierpark gestorben

Matra kümmerte sich geduldig um ihren eigenen Nachwuchs und auch um andere Jungtiere der Orang-Utan-Gruppe im Münchner Tierpark.

(Foto: dpa)

Das 44-jährige Weibchen hatte Organveränderungen und starb bereits Ende März. In München lebte es 27 Jahre lang.

Das 44-jährige Orang-Utan-Weibchen Matra ist tot. Es starb an einem Herz-Kreislauf-Versagen, teilte der Tierpark Hellabrunn am Montag mit. Matra war bereits am 31. März von den Tierpflegern tot aufgefunden worden, allerdings wollte Tierparkdirektor Rasem Baban erst die endgültigen Ergebnisse der pathologischen Untersuchung abwarten, die von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität vorgenommen wurde. "Gerade in der aktuellen Zeit werden, aufgrund der verwandtschaftlichen Nähe von Menschenaffen und Menschen, sonst schnell Mutmaßungen angestellt", so Baban. Doch die Mutter von drei Männchen und vier Weibchen war nicht mit dem Coronavirus infiziert, sondern sie hatte bereits fortgeschrittene Organveränderungen, vor allem an Herz und Niere. "Eine infektiös bedingte Erkrankung konnte ausgeschlossen werden", teilte der Tierparkdirektor mit.

Matra galt als überaus zärtliche Mutter, die sich geduldig um ihren eigenen Nachwuchs und auch andere Jungtiere der Orang-Utan-Gruppe in Hellabrunn kümmerte. Sie wurde am 19. November 1975 in Nürnberg geboren, dort bekam sie mit 14 Jahren ihr erstes Jungtier. 1993 zog sie nach München in den Tierpark um und wurde zum Lieblingsweibchen des im Jahr 2018 gestorbenen Orang-Utan-Männchens Bruno. Mit ihm bekam sie sechs weitere Kinder, die sich teilweise bereits fortgepflanzt haben. Matras zehnjährige Tochter Jolie, die sehr an ihrer Mutter hing, und der im Oktober 2016 geborene Quentin leben noch heute im Tierpark. Insgesamt leben dort noch sechs Orang-Utans.

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