Drohender Helene-Fischer-Auftritt:Die Angst vor 150000 wildgewordenen Schlagerfans

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Äpfel, Tomaten, Spaziergänge: Helene Fischer verrät Privates

Helene Fischer will nächstes Jahr in Riem auftreten - das gefällt nicht jedem im zuständigen Bezirksausschuss.

(Foto: dpa)

Helene Fischer will nächstes Jahr in Riem auftreten. Da verschlägt es so manchem Lokalpolitiker den Atem.

Glosse von Andreas Schubert

Es gibt in diesen finsteren Tagen, die täglich immer finsterer werden, auch noch gute Nachrichten, zum Beispiel diese: Helene Fischer will nächstes Jahr in Riem auftreten, obwohl sie gerade ein Kind erwartet. All jene, die jetzt noch auf ihre durchtrainierte Figur neidisch sind, werden dann genau hinschauen, ob die schöne Helene vielleicht dann doch den einen oder anderen Schwangerschaftsstreifen hat oder sich das Bäuchlein auch nach der Niederkunft noch ein bisschen nach vorne wölbt. Vielleicht kommt es aber auch anders. Vielleicht tritt Helene, die sonst auf der Bühne zur Freude ihrer männlichen Fans gerne Haut zeigt, ganz züchtig verhüllt auf. Vielleicht aber hüpft sie, wie immer, wie aus dem Ei gepellt ins Rampenlicht und verzückt, wie immer, die schlagerbeseelten Massen.

Im zuständigen Bezirksausschuss sind manche, anders als die Sängerin, in weniger freudiger Erwartung. Man fürchtet sich regelrecht davor, welche Verwüstungen ein Mob aus 150 000 wildgewordenen Schlagerfans im Bezirk anrichten könnte. Man stelle sich nur die marodierenden Horden vor, wie sie "Atemlos durch die Nacht" grölend die Messestadt ins Chaos stürzen und zur akustischen Kontamination der Gegend auch noch tonnenweise physischen Müll hinterlassen.

Die Helene-Skeptiker bei den Grünen wollen deshalb zu der im nächsten August drohenden Gefahrenlage angehört werden und würden die künftige Schlagermutti am liebsten gleich in den Olympiapark, also aus ihrem Zuständigkeits- und Hörbereich, verbannen. Denn das neue Album Fischers lässt absolut nichts Gutes erahnen, sind doch darauf regelrechte Kampfhymnen zu finden mit Titeln wie "Volle Kraft voraus", "Wenn alles durchdreht", "Wunden" und - was in Zeiten der Verkehrswende überhaupt nicht geht - "Null auf 100". Eindeutig eine Aufforderung zum illegalen Straßenrennen! Und dann ist da noch die Drogenproblematik: Das Album heißt "Rausch".

Da verschlägt es der friedliebenden Riemerin und dem ruhebedürftigen Truderinger schon mal den Atem. Nicht auszuschließen ist natürlich auch, dass das Konzert zu so einer beispiellosen Lärmorgie ausartet, dass es sämtlichen Nachbarn das Reihenhausdach abdeckt. All das will bedacht und vorab ausführlich erörtert sein. Dass als Vorgruppe Fischers Rammstein auftritt, ist bislang aber nur ein Gerücht.

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