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Museum:Haus der Kunst wird erst später saniert

Haus der Kunst in München, 2017

Das Haus der Kunst in München.

(Foto: Robert Haas)
  • Das Haus der Kunst wird wohl erst in einigen Jahren saniert.
  • Das Vorhaben verzögert sich, auch weil bereits laufende Sanierungen wie die des Deutschen Museums deutlich teurer werden als geplant.
  • Der erste Planungsauftrag für die Sanierung war schon 2012 ergangen.

Die Sanierung des Hauses der Kunst verzögert sich um Jahre, das hat das Kunst- und Wissenschaftsministerium bestätigt. Weil es andernorts "Gefahr für Leib und Leben" gebe - wie etwa wenn Krankenhäuser nicht erneuert würden - genieße das Haus der Kunst "nicht die entsprechende Priorisierung im Gesamtportfolio". Dies erklärte am Mittwoch eine Sprecherin des Ministeriums im Kunst- und Wissenschaftsausschuss des Landtags.

Vorrang hätten auch bereits laufende Sanierungen wie die des Deutschen Museums in München. Die dafür vorgesehenen 650 Millionen Euro würden bekanntlich keinesfalls ausreichen. Der Sanierungsstau, der in Bayerns Museen, Kulturbauten und Universitätskliniken herrsche, sei generell gewaltig - und der explodierende "Baupreis-Kostenindex" mache die Lage noch schwieriger.

Die Vertreter der Opposition im Ausschuss, Sanne Kurz von den Grünen und Volker Halbleib von der SPD, dankten für die "Offenheit", mit der das Ministerium die Lage formuliere, forderten aber dringend, "neue Perspektiven" aufzuzeigen. "Der erste Planungsauftrag für die Sanierung erging Ende 2012", sagte Halbleib. "Jetzt stellen Sie uns in Aussicht, dass der erste Bauantrag frühestens Mitte 2021 eingereicht wird. Wenn es in diesem Schneckentempo weitergeht, sind wir am Ende der Zwanzigerjahre, bis der Bau beginnt."

Halbleibs Szenario blieb vonseiten der Regierung und des Ministeriums unwidersprochen bis zum Ende des öffentlichen Teils der Sitzung. Im Anschluss tagte der Ausschuss "geheim" weiter - nicht nur "nicht öffentlich" wie sonst üblich. Als Grund dafür wurde der Schutz von Persönlichkeitsrechten einzelner Angestellter und Dienstleister genannt.

Im Rahmen der strukturellen und finanziellen Sanierung des Ausstellungshauses, das in den vergangenen Jahren kurz vor dem Konkurs stand, gab es auch mehrere arbeitsrechtliche Prozesse, die hohe Kosten verursachten. Zuletzt wurde in der Öffentlichkeit über die Zukunft der Aufsichten, Sicherheits- und Kassenkräfte des Hauses diskutiert, die aus Spargründen an einen Fremdanbieter ausgelagert werden sollten.

Dieses Vorhaben wurde inzwischen aufgegeben, ausscheiden sollen aber weiterhin acht bis elf "geringfügig Beschäftigte". Statt 55 sollen letztlich nur noch 30 bis 35 Aufsichten beschäftigt werden. Das Kunst- und Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass die finanzielle Lage des Hauses im laufenden Betrieb nun ausgeglichen ist.

© SZ vom 23.01.2020/kaal
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