BenefizveranstaltungGala im Haus der Kunst: Der Champagner fließt, das Geld auch

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Perfektes Wetter für die Gala mit Benefizkonzert auf der Terrasse unter dem Titel „A Midsummer Night at Haus Der Kunst“.
Perfektes Wetter für die Gala mit Benefizkonzert auf der Terrasse unter dem Titel „A Midsummer Night at Haus Der Kunst“. Robert Haas

360 Gäste nehmen Platz an der Tafel mit Blick in den Englischen Garten. Und ersteigern Lose, zum Beispiel für ein Wochenende in Turin mit Museumsdirektor Andrea Lissoni.

Von Evelyn Vogel

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Die Abendsonne taucht die festlich gedeckten Tischreihen in goldenes Licht, ein leichtes Lüftchen sorgt nach der Hitze des Tages für angenehme Temperaturen und der eiskalte Champagner fließt in Strömen. Perfekte Bedingungen also, damit die jährliche Midsummer-Night-Gala mit Benefizauktion der Freunde des Hauses der Kunst auf der beliebten Terrasse mit Blick auf den Englischen Garten ein Erfolg wird.

Am Ende des Gala-Abends steht eine Zahl, die nicht schlecht, aber auch nicht berauschend ist: 200 700 Euro. 167 000 Euro bringen die 17 Auktionslose, 33 700 Euro das Benefiz-Projekt, das die Willlkommens-Kultur des Hauses stärken soll. Doch bei dem aktuell schwächelnden Kunstmarkt sind die Erwartungen generell nicht mehr so hoch. Man kann deshalb gespannt sein, wie’s beim Pendant der Freunde der Pinakothek der Moderne im Herbst laufen wird.

Offen für neue Perspektiven: Daniela Hauck, Anabel Pförringer und Franziska Thiess von den Freunden Haus der Kunst (von rechts) mit Auktionator  Dirk Boll.
Offen für neue Perspektiven: Daniela Hauck, Anabel Pförringer und Franziska Thiess von den Freunden Haus der Kunst (von rechts) mit Auktionator  Dirk Boll. Robert Haas

Doch zurück zum Haus der Kunst. Die neue Generation an der Spitze des Fördervereins hat die Zeichen der Zeit erkannt und will den Wandel. Was sich auch schon an der Ausstellung ablesen lässt, die mit dem Erlös der Benefizveranstaltung unterstützt werden soll: „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“, die am 18. Juli eröffnet. Und diese junge Generation, allen voran Vorstandsvorsitzende Anabel Pförringer, zieht das durch, auch wenn sich das (noch) nicht in barer Münze auszahlt.

Denn dass Kulturinstitutionen weltweit einen Wandel erleben und darauf reagieren müssen, ist offensichtlich. Das klassisch-gebildete Publikum, das selbstverständlich ins Museum geht, nimmt ab. Junge Menschen wollen dafür begeistert werden, über Inhalte, vor allem aber Formate und Zugänglichkeit. Und sie wollen aktiv mitgestalten.

So lautet das diesjährige Motto der Spendengala auch „Perspektivwechsel“.  Der Förderverein will dem Direktor des Hauses, Andrea Lissoni, helfen, die Transformation voranzutreiben. Dafür steht dieser wie kein anderer Museumsmensch in dieser Stadt. Wenn auch inzwischen nicht mehr ganz allein, wie die gerade eröffnete, temporäre Spielstätte „Flux“ der Pinakothek der Moderne beweist.

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Auch deshalb setzt die Auktion so auf den Ereignischarakter. Allein vier der 17 Lose sind reine Eventlose und gehen wie in den Vorjahren ab wie eine Rakete. Dafür sorgt auch Auktionator Dirk Boll von Christie’s charmant und rasant: Eben noch scherzt er am einen Ende der mit 360 Dinner-Gästen besetzten Tafel, schon taucht er am anderen Ende auf. Ein Kunst-Wochenende mit Lissoni nach Turin schafft es so locker auf 16 000 Euro. Aber auch die anderen Lose locken nach dem Prinzip „Art + Experience“. Das Versprechen auf Atelierbesuche, Lunch- und Dinner-Einladungen bei Sammlern und Galeristen, Konzerte und Fotoshootings treibt die Bieter an.

Womöglich hätte es die Zeichnung von Andy Warhol, eingereicht von Ropac, ohnehin auf 24 000 Euro gebracht. Die Aussicht auf ein Preview-Dinner bei dem international agierenden Galeristen dürfte aber dazu beigetragen haben. Das ist dann auch das teuerste Los des Abends.

Der Abend klingt aus, wie er begann: mit einer musikalischen Performance der Pianistin Masako Ohta und des Trompeters Matthias Lindermayr in einer luftigen Rauminszenierung der Bühnenbildnerin Sophia Schneider. Und der After-Party mit DJ Nikias Hofmann, zu der noch 130 Gäste über die Late-Entry-Tickets den Weg finden.

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