München:Hauptstadt der Spießer?

München ist die spießigste Stadt der Welt - oder etwa doch nicht? sueddeutsche.de zeigt kleinliche Ecken, aber auch entspannte Alternativ-Orte.

Lisa Sonnabend

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München ist die spießigste Stadt der Welt - oder etwa doch nicht? sueddeutsche.de zeigt kleinliche Ecken, aber auch entspannte Alternativ-Orte.

Spießig: Reglementierungen für Straßenkünstler

Haben Sie schon einmal daran gedacht, nicht in ihrer Wohnung Trompete zu üben, sondern sich in die Fußgängerzone zu stellen? Vergessen Sie es! Denn in München ist die Straßenkunstszene streng reglementiert. Jeden Tag vergibt die Stadt nur zehn Lizenzen für Straßenmusikanten, die in der Fußgängerzone spielen dürfen. Zudem sind Alphörner, Trommeln, Bläser und Drehorgeln in der Innenstadt verboten, Clowns und Pantomimen dürfen erst nach dem Glockenspiel auftreten. Doch für Musiker gibt es unkompliziertere Möglichkeiten, vor Publikum aufzutreten ...

Foto: Haas

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Locker: Open Mic in der Glockenbachwerkstatt

Musiker, die ihre Wirkung vor Publikum testen wollen, sollten am Dienstag in die Glockenbachwerkstatt in der Blumenstraße kommen. Hier darf jeder auf die Bühne, der rappen oder freestylen will, ohne lästige Bürokratie. Heraus kommt - ganz unkompliziert - gute Musik.

Foto: ddp/Der Rapper LL Cool J bei einem Auftritt

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Spießig: Kleiderordnung in der Oper

In München kann man nicht einfach in die Oper gehen, in München muss ein Opernbesuch akribisch vorbereitet werden. Die angemessene Kleidung errechnet sich aus einer komplizierten Formel mit den Faktoren "Welches Kleid habe ich das letzte Mal getragen?", "Welcher Designer ist derzeit angesagt?" und "Welche Farbe passt zur Aufführung?". Bei so viel Etikette um die richtige Kleidung verlieren viele die Lust auf den Opernbesuch. Da geht es an anderen Orten kleidermäßig schon sehr viel legerer zu ...

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Locker: Nackerte im Englischen Garten

Am Eisbach im Englischen Garten wird wenig Wert auf teure Garderobe gelegt. Dort tragen die Münchner nicht Hugo Boss, Versace oder Gucci, sondern: gar nichts. Auf der Nackerten-Wiese legen die Münchner ihren Kleiderwahn ab und geben sich endlich einmal ganz natürlich.

Foto: ddp

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Spießig: Alkoholverbot in der U-Bahn

Jugendliche steigen mit Bierflasche in der Hand in die U-Bahn, kleine Gruppen lassen im Abteil eine Flasche mit Wodka-Tonic kreisen: Szenen wie diese gehören in München der Vergangenheit an. Denn seit Februar darf in der Münchner U-Bahn kein Alkohol mehr getrunken werden. Wieder einmal eine ziemlich spießige Regelung, werden viele nun meinen - vor allem, weil es an anderen Orten ganz anders zugeht ...

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Locker: Erstes Bier am Vormittag

Ganz anders sieht es in den Biergärten der Stadt aus. Schon um Punkt elf Uhr, wenn die ersten Schänken öffnen, gehen im Sommer alkoholische Getränke über den Ladentisch - und das nicht gerade in kleinen Mengen. Die Maß vor dem Mittagessen gehört für viele Münchner einfach dazu. Auch wenn die meisten freilich so vernünftig sind, für die zweite Maß bis zum Sonnenuntergang zu warten.

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Spießig: Verbote im Englischen Garten

Ein Aufschrei ging im vergangenen Sommer durch die Stadt - im Englischen Garten sollte mit Hilfe zahlreicher Verbote Zucht und Ordnung einkehren. Hunde sollten nicht mehr frei herumlaufen dürfen, das Baden sollte verboten werden und wer Abfall liegen lässt, sollte mit saftigen Geldstrafen bedacht werden. Wie gut, dass es noch Grünflächen in München gibt, an denen kein so harsches Reglement gilt ...

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Locker: Grillabende am Flaucher

Ganz andere Stimmung herrscht an Sommerabenden am Flaucher. Hunderte Münchner zieht es dann zur Isar, um Lagerfeuer zu machen, Würstchen zu grillen und zu Gitarrenklängen Lieder zu singen. Spießigkeit sieht anders aus - so entspannt geht es sonst nirgends in München zu und in kaum einer anderen Stadt in Deutschland.

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Spießig: Maximilianstraße

Es scheint, als werde die Maximilianstraße noch öfter von der Straßenreinigung gekehrt als die anderen Straßen der Stadt. Vor den Geschäften liegen keine benutzten Taschentücher, keine Zigarettenkippen werden auf den Boden geworfen, keine Hundehaufen zieren die Gehwege. Und es scheint, als haben auf der Maximilianstraße nur die Reichen Zutritt: Die Menschen tragen alle Pelzmäntel, Gucci-Täschchen und Brioni-Anzüge statt Jeans, Kapuzen-Sweater und Turnschuhe. Auf manchen Straßen Münchens zeigt sich ein ganz anderes Bild ...

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Locker: Blumenstraße

Schon die Briefkästen zeigen, das es in der Blumenstraße 28 locker zugeht: Ein Sammelsurium aus Blech, Plastik und Edelstahl hängt hier wild durcheinander. In dem Kultur-Biotop Münchens arbeiten und proben Künstler, Kreative und Musiker. Die Mieten sind vergleichsweise künstig, das Klima basisdemokratisch. Klingeln gibt es nicht. Welch Kontrast zur Maximilianstraße!

Foto: Fazekas

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Spießig: Schankschluss im Biergarten

Eine laue Sommernacht, 22 Uhr. In den Münchner Biergärten herrscht Hochbetrieb. Doch plöztlich werden die Gepräche der Gäste jäh unterbrochen. Eine Glocke läutet: Schankschluss. Um 23 Uhr müssen die Biergärten in München schließen, schreibt ein Gesetz zur Sperrzeit vor. In anderen Lokalen der Stadt dagegen beginnt die Party erst im Morgengrauen richtig ...

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Locker: Wilde Nächte im X-cess

Sperrstunde kennt Isi, der Wirt aus dem X-cess, nicht. Wenn die anderen Kneipen die Türen schließen, geht es bei ihm erst richtig los. "Hier ist es wie in den Sechzigern, wie zu Hippiezeiten", sagte Isi zu sueddeutsche.de. Andere Lokale, in denen bis zum Morgen gefeiert wird, sind die Fraunhofer Schoppenstube, das Johannis Café oder das Pimpernel.

Foto: Rumpf

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Spießig: Rolltreppenregel

Für die Münchner Rolltreppen sollte es ein Benutzerhanbuch geben, das die Stadt München an alle Haushalte verteilt. Denn auf Münchens Rolltreppen kann man einiges falsch machen. Der häufigste Fehler ist, auf der linken Seite zu stehen und sich gemütlich von dem Band nach oben befördern zu lassen. Spätestens nach fünf Sekunden raunt jemand einem von hinten zu: "Links gehen, rechts stehen!" Liebe Münchner, entspannt Euch doch ein wenig, so eilig könnt ihr es doch gar nicht haben! Ganz anders geht es auf einer anderen Treppe der Stadt zu ...

Foto: Haas

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Locker: Feiern auf dem Gärtnerplatz

Auf den Stufen, die zum Gärtnerplatztheater führen, wird in lauen Nächten ausgelassen gefeiert. Die Nachtschwärmer bringen Getränke mit oder besorgen sie sich von den umliegenden Bars und setzen sich damit auf die Treppe vor dem Theater. Die Atmosphäre sollten Sie einmal erlebt haben - solange es noch geht. Denn die Klagen der Anwohner über den nächtlichen Lärm werden immer lauter und so droht auch diese Oase unbeschwerten Lebens in der Stadt womöglich zu verschwinden.

Foto: Hess

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Spießig: Pause beim öffentlichen Nahverkehr

Wenn über das Münchner Nachtleben geschimpft wird, sind Grund zum Ärger immer die nichtfahrenden öffentlichen Verkehrsmittel. Während in anderen Städten S- und U-Bahnen die ganze Nacht durchfahren, ist in München am Wochenende um halb drei Zapfenstreich. Wer ein wenig länger feiern will, ist dann auf ein Taxi oder das Nachtlinien-Bus- und Tramnetz angewiesen, mit dem er meist erst daheim ankommt, wenn es schon wieder hell ist. Doch das Münchner Nahverkehrssystem zeigt sich auch von einer ganz anderen Seite ...

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Locker: Snacks in der S-Bahn

In vielen Städten hängen in der Metro oder S-Bahn Schilder: "Bitte, nicht essen!" Ganz anders in München. Hier werden die Fahrgäste seit kurzem sogar aufgefordert zu krümeln. Seit März gibt es in jeder zweiten Flughafen-S-Bahn (Linie S1 und S8) einen Snack-Service. Mit einem Trolley ziehen die Service-Kräfte durch die Wagons und bieten Knabbereien, Stullen und Getränke an. Ein Helles (0,5 l) kostet zum Beispiel 2,60 Euro.

Foto: Rumpf

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Spießig: Die Partys der Schickimickis

Millionärsmesse, Sektempfang bei Tiffany's in der Maximilianstraße oder Präsentation eines neuen Uhrenmodels: In München finden jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt, die auf das Kapital der Bewohner abzielen. Meist trifft man hier dann auch nur betuchte Leute, die ein wenig steif herumstehen und von ihren letzten Urlauben und Erwerbungen reden. Ungezwungene Feste sehen anders aus. Aber wer hätte das gedacht - auch diese hat München zu bieten ...

Foto: Rumpf

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Locker: Alternative Festivals

Das Kafé Kult in der Oberföhringer Straße veranstaltet jeden Dezember das Kafé Kunst Fest. Junge Künstler präsentieren dort ihre Mode, Nachwuchskünstler stellen ihre Arbeiten aus und aufstrebende Musiker geben ihre Lieder zum Besten - das alles in ungezwungener Atmosphäre. Ebenso entspannt geht es zum Beispiel auf dem Puch-Festival und dem Prima Leben und Stereo vor den Toren der Stadt zu. Hier spielen Musikbands, während die Besucher gemütlich auf der Wiese lümmeln.

Foto: muenchenblogger

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(sueddeutsche.de/Lisa Sonnabend/pfau/bgr)

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