Die große Eröffnung samt Feierlichkeiten ist erst für den 19. März geplant, bewirtet wird man im Hofbräu im Deutschen Theater aber schon jetzt: Am 4. März hat das neue Wirtshaus an der Schwanthalerstraße nach fünfmonatiger Umbauphase erstmals seine Türen geöffnet. Und nachdem es die ersten Tage immer erst um 17 Uhr losgegangen war, werden die Öffnungszeiten pünktlich zum Wochenende ausgeweitet. Gäste sind künftig schon ab 11.30 Uhr willkommen.
Pächter Frank Mansory ist in der Straße kein Unbekannter: Er betreibt nicht nur das gegenüberliegende italienische Trattoria Mia, er hat auch bereits 2018 die Räumlichkeiten, die nun das Zuhause des Hofbräus im Deutschen Theater sind, von Lorenz Stiftl übernommen, der hier zuvor mit eher mäßigem Erfolg die Theatergaststätte Schwan betrieben hatte. Mansory probierte zunächst Küchen aus aller Welt aus, zuletzt unter anderem japanisches Sushi. Jetzt aber will er mit seinem traditionell bayerischen Wirtshaus etwas schaffen, das Bestand hat. Mit einem Traditionshaus mit internationaler Bekanntheit wie Hofbräu, glaubt Mansory, hat er dafür genau den richtigen Partner gefunden.
Denn, und das sagt auch Bruno Bentner, der sich als Pressesprecher von Hofbräu um das neue Wirtshaus kümmert: Etwas Vergleichbares gibt es in der direkten Umgebung nicht, mit Ausnahme von der Münchner Stubn in der Bayerstraße vielleicht. Allein an Touristen soll sich das Konzept allerdings nicht richten, auch die Theaterbesucher haben die beiden im Blick. Genug Platz gibt es: Etwa 200 Gäste passen in den Innenbereich, sobald es warm genug für die Terrasse im Innenhof ist, haben noch ein paar mehr Platz. Mit Livemusik und der Übertragung der Fußballweltmeisterschaft will Mansory sie anlocken. An den ersten Tagen lassen sie sich noch etwas bitten, aber aller Anfang ist bekanntlich schwer. Und es heißt ja auch nicht umsonst Soft Opening.
Bei der Einrichtung hat sich der erfahrene Gastronom in Absprache mit der Brauerei auf eine Mischung aus Tradition und Moderne verständigt: Die Wände sind teils holzvertäfelt, teils in den Farben Anthrazit und Grün gehalten, die Deko ist eine Mischung aus frischem Hopfen, historischen Schwarzweiß-Bildern, ausgedienten Hofbräu-Fässern, Industrielampen und Stahlkonstruktionen. Bald soll nach Vorbild des Hofbräu-Stammhauses noch ein Schließfach für die Krüge der Stammgäste installiert werden, auch auf drei geschmiedete Kreisleuchter wartet Mansory, die sollen zu „Eyecatchern“ werden. Wenn alles klappt und ihm der Denkmalschutz nicht in die Quere kommt, werden bald zudem eine große Fahne und mehrere Strahler die Fassade zieren. Fest steht schon jetzt: Ganz billig war der Umbau nicht, von einem sechsstelligen Betrag ist die Rede.

Was besonders ins Auge sticht: Neben einem Stehausschank gibt es eine ebenfalls holzvertäfelte Bar mit einer goldenen Zapfanlage in der Mitte. Für traditionelle Wirtshäuser ist eine solche Bar eher ungewöhnlich, aber genau deshalb hat sich Mansory dafür entschieden: „Das ist einfach mal was anderes.“ Für alle, die das Bier lieber selbst zapfen wollen, gibt es 15 bis 30 Liter Fässer zu kaufen, schön drapiert auf einem Hocker. Auf der Karte steht: Preis „auf Anfrage“, Mansory schätzt, dass ein 15-Liter-Fass um die 150 Euro kosten wird, also etwa zehn Euro pro Liter. Was sicher ist: Das Hofbräu-Helle kostet 5,60 Euro für den halben Liter, 11,20 Euro für die Mass.
Das Kalbsschnitzel kostet in dem neuen Wirtshaus 28,90 Euro
Auch sonst bewegt sich das Hofbräu im Deutschen Theater preislich im gehobenen Mittelfeld: Ganz so teuer wie in der Münchner Stubn ist es nicht, günstig aber auch nicht. Das Hofbräu-Wammerl, dass statt eines klassischen Schweinebratens auf der Karte steht, kostet 17,90 Euro, das Kalbsschnitzel liegt mit 28,90 Euro immerhin knapp unter 30 Euro. Zwei vegane Gerichte stehen auf der Karte: ein Rote-Bete-Tatar (15,80 Euro) und ein Schwammerlragout (18,80 Euro). Auch vegetarische Käsespätzle (15,80 Euro) dürfen nicht fehlen, ansonsten geht’s aber eher traditionell bayerisch und damit eher fleischlastig zu.
Bei der Wochenkarte und dem Mittagstisch könnte sich in dieser Hinsicht aber noch was tun, meint Mansory. Die Flammkuchen, die vor allem zu späterer Stunde zum Teilen einladen sollen, auf der Karte aber noch fehlen, soll es auf jeden Fall in vielen verschiedenen Variationen geben. Dass die nicht klassisch bayerisch sind? Geschenkt. Auch die Weißwurst wird’s im übrigen noch nach zwölf Uhr geben – gerade Touristen wissen von solchen Regeln ja ohnehin meistens nichts.
Hofbräu im Deutschen Theater, Schwanthalerstraße 13, Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 11.30 bis 1 Uhr, Montag bis Donnerstag 11.30 Uhr bis 0 Uhr

