Münchner Hauptbahnhof:Netze werden offenbar zur Todesfalle für Tauben

Münchner Hauptbahnhof: Tauben sitzen auf einem Dach nahe dem Münchner Hauptbahnhof.

Tauben sitzen auf einem Dach nahe dem Münchner Hauptbahnhof.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Sie sollen eigentlich verhindern, dass sich die Tiere unter dem Dach einnisten. Doch die Tauben verfangen sich wohl immer wieder in den Netzen, wo sie oft wegen Wassermangel und Erschöpfung verenden.

Eigentlich sollen Netze in der Gleishalle des Hauptbahnhofs verhindern, dass sich Tauben unterm Dach einnisten, tatsächlich werden sie aber offenbar häufig zur Todesfalle für die Tiere. Wie Arne Brach (Grüne), Tierschutzbeauftragter des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt berichtet, verfangen sich immer wieder Tauben in den Netzen, wo sie oft nach Tagen wegen Wassermangel und Erschöpfung verenden. Nicht nur für Brach ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, das natürlich auch für Tauben gilt. In einem konkreten Fall habe die Bahn die angebotene Hilfe eines österreichischen Industriekletterers aus Haftungsgründen zurückgewiesen. Nach Brachs Informationen hat ein Tierrechtsanwalt Strafanzeige erstattet.

Aus Sicht des Tierschutzbeauftragen hätten sowohl die Stadt als auch die Deutsche Bahn hier eine Fürsorgepflicht. Als Nachfahren von Zuchttieren müssten Stadttauben wie Fundtiere behandelt werden. Das Veterinäramt teile diese Auffassung. Technisch gesehen, ließe sich das Problem mit einem "Steiger", einer mobilen Hebebühne lösen. Ein solches Gerät sollte die Bahn nicht nur zur Rettung von Tauben am Hauptbahnhof bereitstehen haben, sondern auch für andere Notfälle, findet Brach. Er geht dabei von Anschaffungskosten von kaum mehr als 7000 Euro aus und kann sich eine finanzielle Unterstützung vorstellen - wenn nicht aus dem Bezirksausschuss-Budget, dann durch private Spenden.

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