Schwerpunktkontrollen am Münchner HauptbahnhofEiner hat eine Schreckschusspistole nebst 216 Schuss Munition dabei

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Die Bundespolizei war in mehreren Städten verstärkt an Bahnhöfen im Einsatz.
Die Bundespolizei war in mehreren Städten verstärkt an Bahnhöfen im Einsatz. Peter Kneffel/dpa
  • Die Bundespolizei kontrollierte am Wochenende 461 Personen am Münchner Hauptbahnhof und durchsuchte dabei 699-mal Personen oder Sachen.
  • Ein 34-jähriger Pole hatte eine Schreckschusspistole mit 216 Schuss Munition, eine Softair-Waffe und ein Cuttermesser dabei.
  • Die Kontrollen richteten sich nicht gegen Reisende, sondern gegen Personen, die sich regelmäßig ohne Reisezweck am Bahnhof aufhalten.
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Was die Münchner Bundespolizei am Wochenende bei fast 700 Durchsuchungen am Hauptbahnhof gefunden hat – und wen die Schwerpunktkontrollen treffen sollten.

Von Stephan Handel

Bei den Schwerpunktkontrollen am Hauptbahnhof von Freitagabend bis Sonntagfrüh hat die Polizei insgesamt 461 Personen kontrolliert und 699-mal Personen oder Sachen durchsucht. Es gab zwei Festnahmen – wegen bestehender Haftbefehle – und drei Ingewahrsamnahmen, einmal wegen Körperverletzung, zweimal wegen Alkohol, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Kontrollen fanden hauptsächlich in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag statt. Dafür war eine Allgemeinverfügung erlassen worden, die vorwiegend das Mitführen von Messern und anderen Waffen verbot. Spektakulärster Fall war dabei die Kontrolle eines 34-jährigen Polen, der eine Schreckschusspistole nebst 216 Schuss Munition dabeihatte, außerdem eine Softair-Waffe und ein Cuttermesser. Ihn erwartet eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Waffengesetz.

15-mal wurden die Vorschriften der Allgemeinverfügung nicht beachtet. Neben dem Cuttermesser des Polen wurden dabei sechs Messer, zwei Klappmesser, zwei Einhandmesser, ein Küchen- und ein Taschenmesser sichergestellt, zudem fünfmal Tierabwehr- oder Pfefferspray. Die Münchner Bundespolizei wurde von Beamten aus Deggendorf unterstützt.

Die Münchner Kontrollen waren Teil einer bundesweiten Aktion. In Bayern fanden sie auch in den Bahnhöfen Nürnberg, Regensburg und Aschaffenburg statt, überdies an 37 Bahnhöfen im gesamten Bundesgebiet. Ein Sprecher sagte, die Kontrollen bezögen sich nicht auf gewöhnliche Reisende, sondern auf „unsere Klientel“, also Personen, die sich regelmäßig und nicht zu Reisezwecken im Hauptbahnhof aufhielten und eventuell polizeilich bereits bekannt seien.

So sollten auch Reisende straffrei ausgehen, wenn sie glaubhaft versicherten, von den Verboten nicht gewusst zu haben und ihr Taschenmesser nur zum Brotzeitmachen dabeigehabt hätten. Dazu passt die Aussage der Bundespolizei, Reisende würden „deutlich seltener als Angehörige vulnerabler Gruppen zu den Opfern von Gewalttaten“.

Im Jahr 2023 wurden im Münchner Hauptbahnhof 3540 Straftaten verübt – 732 mehr als im Jahr zuvor.

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