UmbautenToiletten am Münchner Hauptbahnhof in Container verlegt

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Eine Container-Anlage ersetzt seit Neuestem das geschlossene WC im Zwischengeschoss.
Eine Container-Anlage ersetzt seit Neuestem das geschlossene WC im Zwischengeschoss.
Robert Haas

Eine der wohl meistgenutzten Toilettenanlagen Münchens im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof ist wegen Bauarbeiten geschlossen worden. Wohin Reisende mit einem Bedürfnis ausweichen können.

Von Martin Mühlfenzl

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Ein stilles Örtchen ist es wahrlich nicht – die neue Container-Anlage, die seit wenigen Tagen kaum übersehbar vor dem Zugang zum Münchner Hauptbahnhof an der Arnulfstraße steht. Vom Zeitpunkt der Eröffnung an hat sich der eingezäunte Komplex zu einem der meistfrequentierten Hotspots am Hauptbahnhof entwickelt. Schließlich haben auch Reisende sowie Pendlerinnen und Pendler gelegentlich ein dringendes Bedürfnis, dass sich nur schwer aufschieben lässt.

Bisher haben dies die meisten am nördlichen Hauptbahnhof im Zwischengeschoss in einer der wohl meist genutzten Toilettenanlagen der Landeshauptstadt erledigt. Auf dem Weg von der S-Bahn zu den Fernzügen. Oder nach erfolgreicher Ankunft in München vor der Weiterreise mit der U-Bahn. Doch seit Kurzem ist die allseits bekannte Anlage geschlossen – und Schilder weisen den Weg zum Provisorium an der Oberfläche.

Aber warum müssen Reisende seit dieser Woche ihre Notdurft an Münchens größtem Bahnhof in Container verrichten? Die Antwort darauf ist relativ banal: Weil der Hauptbahnhof auch Münchens größte Baustelle ist. Bis Mitte, womöglich auch Ende der 30er-Jahre wird der Bahnhof „im Bestand sowie im laufenden Betrieb“, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) mitteilt, komplett neu gebaut – bei nahezu einer halben Million Fahrgästen am Tag. Dies mache die Umsetzung „besonders anspruchsvoll“, so der DB-Sprecher; um den Hauptbahnhof funktionsfähig zu halten, müssten daher auch immer wieder „vorübergehende Lösungen entwickelt werden“. Und dies betrifft auch alltägliche Bedürfnisse.

Dauerhaft dicht gemacht: Die Toilettenanlage an der Rolltreppe in die Gleishalle und zum Ausgang an der Arnulfstraße.
Dauerhaft dicht gemacht: Die Toilettenanlage an der Rolltreppe in die Gleishalle und zum Ausgang an der Arnulfstraße.
Robert Haas

Reisende und Pendler müssen sich am Münchner Hauptbahnhof bereits seit Jahren auf immer neue Entwicklungen einstellen. Auf der Mega-Baustelle verändern sich immer wieder Laufwege. Der Platz in der Gleishalle vor den Bahnsteigen ist aufgrund der Mauer, die dort hochgezogen wurde, wo sich einst der Übergang in die abgerissene Empfangshalle befand, derart beengt, dass es immer wieder zu brenzligen Situationen kommt. Zuletzt Mitte Juni bildete sich vor den Bahnsteigen eine Menschenmenge, weil Züge aufgrund eines Notfalls bei Augsburg nicht abfahren konnten. Auch vor dem Starnberger Flügelbahnhof kam es bereits zu gefährlichen Menschenansammlungen aufgrund der beengten Verhältnisse.

Nun also müssen sich Reisende den Weg zur Toilette am Ausgang zur Arnulfstraße durch die Menschenmengen bahnen. Über die ohnehin notorisch überfüllte Rolltreppe aus dem Zwischengeschoss nach oben, weiter über die Treppe, auf der sich Pendler und Touristen auf dem Weg zu den Zügen und in die Innenstadt in die Quere kommen. Bis zu den in Weiß und Blau lackierten Containern. Deren Innenleben zumindest wirkt sauber und aufgeräumt. Wirklich günstig allerdings ist der Besuch des Provisoriums mit 1,50 Euro nicht – im deutschlandweiten Vergleich aber im Rahmen. Auch am Berliner Hauptbahnhof müssen Reisende 1,50 Euro locker machen. Am Hamburger Hauptbahnhof indes 50 Cent weniger.

Diejenigen, die sich über Jahre hinweg daran gewöhnt haben, im Zwischengeschoss vor der Rolltreppe rechts abzubiegen, wenn es schnell gehen muss, müssen sich dauerhaft umstellen. „Die WC-Anlage im Zwischengeschoss/Verteilerebene wird dauerhaft geschlossen bleiben“, heißt es von der Deutschen Bahn. Es werde aber während des Um- und Neubaus stets zwei Toilettenanlagen im Hauptbahnhof geben. Die Container-Lösung wird etwa ein Jahr bestehen bleiben und im Anschluss im sogenannten Interimsbahnhof an der Bayerstraße installiert. Die bestehende WC-Anlage bei Gleis 11 bleibt bis zur Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes bestehen – irgendwann Ende der Dreißigerjahre.

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