Verkehr in MünchenErneut massives Gedränge am Hauptbahnhof – Reisende sprechen von gefährlicher Situation

Lesezeit: 2 Min.

Menschen, die mit Zügen ankommen, treffen auf Reisende, die zu ihrem Zug wollen: Am Freitag drängen sich am Münchner Hauptbahnhof die Menschen.
Menschen, die mit Zügen ankommen, treffen auf Reisende, die zu ihrem Zug wollen: Am Freitag drängen sich am Münchner Hauptbahnhof die Menschen.
Jenny Buchholz
  • Am Freitagnachmittag bildete sich am Münchner Hauptbahnhof ein dichtes Gedränge, das Reisende als gefährlich beschrieben.
  • Ursache waren Bauarbeiter, die den Bahnsteig an Gleis 19 blockierten und Reisende nicht in den ICE 588 nach Hamburg steigen konnten.
  • Bereits Ende Mai hatte sich ein ähnlicher Vorfall am Starnberger Flügelbahnhof ereignet, obwohl die Bahn Verbesserungen zugesagt hatte.
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Menschen kommen nicht zu den Zügen, andere können den Bahnsteig nicht verlassen: Wieder kommt es am Münchner Hauptbahnhof zu einer Situation, die die Bahn eigentlich verhindern wollte.

Von Martin Mühlfenzl

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Erneut ist es am Münchner Hauptbahnhof zu einer brisanten Ansammlung von Menschen gekommen. Am frühen Freitagnachmittag – mitten in der Hauptreisezeit – bildete sich in der großen Gleishalle ein dichtes Gedränge; offenbar ausgelöst durch Bauarbeiten am Gleis 19 sowie einen Polizeieinsatz bei Augsburg. Menschen kamen in dem Pulk, der vom Gleis bis zum ohnehin engen Bereich vor den Bahnsteigen nahezu feststeckte, weder vor noch zurück. Eine Reisende berichtete der SZ, die Situation sei „bei der Hitze“ nicht nur unangenehm gewesen, sondern „auch gefährlich“.

Bereits Ende Mai hatte sich vor dem Starnberger Flügelbahnhof ein nahezu gleich gelagerter Vorfall ereignet. Damals kam es ebenfalls auf den Gleisen und dem Platz vor den Bahnsteigen zu teils chaotischen Zuständen, weil aufgrund der Sperrung der Stammstrecke zu viele Reisende in kurzer Zeit den Bahnhof verlassen oder in die Züge steigen wollten.

Die Deutsche Bahn (DB) teilte damals in einer ersten Reaktion mit, dass insbesondere die beengten Verhältnisse am Starnberger Flügelbahnhof für das gefährliche Gedränge, das zahlreiche Reisende an die Vorfälle auf der Wiesn im vergangenen Jahr erinnerte, verantwortlich gewesen seien. Am Tag danach aber räumte der Konzern ein, dass das eigene Sicherheitssystem nicht gegriffen hatte, weil Mitarbeiter in der Überwachungszentrale das Menschengedränge zu spät erkannt hatten. Verletzt wurde bei dem Vorfall, bei dem Einsatzkräfte der Bundespolizei zum Einsatz kamen, glücklicherweise niemand.

Gedränge im Münchner Hauptbahnhof.

Nach dem Chaos am Starnberger Flügelbahnhof hatte die DB zugesagt, „Prozesse und Abläufe weiter zu optimieren“; Vorfälle wie jener von Ende Mai sollten sich nicht wiederholen.

An diesem Freitag aber war es erneut soweit. Eingreifen musste die Bundespolizei dennoch nicht, wie eine Sprecherin mitteilt. Es sei kein polizeilicher Einsatz nötig gewesen. Ursächlich für das erneute Gedränge diesmal in der Haupthalle seien Bauarbeiten an Gleis 19 gewesen. Reisende, so die Sprecherin, hätten daher nicht in den bereitstehenden ICE 588 nach Hamburg steigen können. Dadurch sei es zu einem Rückstau bis auf den Bereich vor den Gleisen gekommen. Nachdem die Baustelle wieder freigegeben worden sei, so die Sprecherin, habe sich der Pulk dann aufgelöst.

„Gerade am Freitagnachmittag und bei der Hitze ist es natürlich eine unangenehme Situation für alle Beteiligten“, so die Sprecherin der Bundespolizei. „Und bei dem Wetter sind die Gemüter natürlich zusätzlich erhitzt.“

Die Deutsche Bahn liefert zudem eine weitere Erklärung für das erneute Chaos am Hauptbahnhof. Aufgrund eines Polizeieinsatzes nahe Augsburg in einem Zug, ausgelöst durch einen angedrohten Suizid, war der Bahnverkehr zwischen der schwäbischen Großstadt und München stark eingeschränkt. Züge konnten daher zeitweise vom Münchner Hauptbahnhof nicht in Richtung Westbayern abfahren. Dadurch, so eine DB-Sprecherin, hätten zahlreiche Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof warten müssen, wodurch die Menschenmenge immer weiter angewachsen sei. Betroffen waren sowohl ICE-Fernzüge unter anderem nach Stuttgart als auch Regionalbahnen.

Entgegen der Sprecherin der Bundespolizei teilt die Sprecherin der Deutschen Bahn mit, dass in der Haupthalle des Hauptbahnhofs Mitarbeiter der DB Sicherheit mit Unterstützung von Bundespolizisten die Situation entspannt hätten.

Auch am Augsburger Hauptbahnhof hat sich die Lage, die bereits am Freitagmorgen gegen 9 Uhr eskaliert war, nach mehreren Stunden mittlerweile wieder entspannt. Gleise mussten gesperrt werden, auch Straßen rund um den Einsatzort nahe dem Bahnhof wurden dicht gemacht. Gegen 13.30 Uhr konnten die Sperrungen um Augsburg wieder aufgehoben werden – in München aber waren die Auswirkungen noch weit in den Freitagnachmittag hinein zu spüren.

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