Der Preysinggarten hat neue Betreiber: Das Münchner Gastronomieunternehmen Kull & Weinzierl übernimmt die Haidhauser Traditionsgaststätte und plant bereits für das kommende Frühjahr seine Wiedereröffnung.
Wie es überhaupt zu diesem Stabswechsel kommen konnte? Der langjährige Wirt Konstantinos Papadakis musste vor zwei Monaten Insolvenz anmelden. In einer Pressemitteilung vom zuständigen Insolvenzverwalter Matthias Hofmann hieß es am 20. August: „Eine Fortführung des Betriebs ist aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens nicht möglich.“ Schon damals aber zeigte sich Hofmann zuversichtlich, „dass der Preysinggarten in Zukunft unter neuer Führung zurückkehren wird“.
Und tatsächlich: Nur zwei Monate später steht fest, dass fortan Jacques Friedrich, gastronomischer Leiter bei Kull & Weinzierl, und sein Team für den Fortbestand des Preysinggartens verantwortlich sein werden. Aufmerksam darauf, dass der Laden bald zu haben sein könnte, sei man unter anderem durch die Vermieter der Immobilie geworden – und das schon frühzeitig, sagt Friedrich.
Schon bevor die Insolvenz öffentlich bekannt wurde, konnte das Unternehmen damit Interesse an diesem laut Friedrich „sehr, sehr spannendem Wirtshaus“ bekunden. Der Preysinggarten, sagt der gastronomische Leiter, sei in jedem Fall eine „super Ergänzung“ des bestehenden Unternehmensportfolios. Kull & Weinzierl betreiben in München unter anderem schon die Bar Centrale, die Riva Bar und das Restaurant Brenner.

Zur Frage nach dem zukünftigen Konzept will Friedrich nicht näher ins Detail gehen, dazu sei es noch zu früh. Nur so viel: Es sein kein kompletter Umbau des Preysinggartens geplant, eher ein „Feinschliff“ der bestehenden Räumlichkeiten; hier und da vielleicht die ein oder andere Modernisierung, aber immer mit dem Bestand im Blick. Auch der Name soll erhalten bleiben. Mit den 37 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die aufgrund der zwischenzeitlich Schließung ihren Job verloren hatten, sollen schon bald Gespräche über eine mögliche Übernahme geführt werden.
Ob diese am Ende dann aber französische, spanische oder asiatische Küche servieren werden, das ist laut Friedrich zum jetzigen Zeitpunkt ebenso wenig entschieden wie der genaue Eröffnungsmonat; voraussichtlich wird es aber wohl März oder April werden. Sicher ist: Ein Ort fürs Viertel soll der Preysinggarten in jedem Fall bleiben, so wie eben die letzten 150 Jahre auch. „Wir möchten dieses Stück Münchner Tradition erhalten und zugleich neu beleben.“

