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München:Ein Westentaschen-Park für Haidhausen

Frühling in Dresden

Eine kleine Oase in der lärmenden Stadt soll in Haidhausen entstehen.

(Foto: dpa)

Zwischen Kirchenschule und Johannisplatz soll ein Park entstehen - eine kleine Oase mit Bänken und einem Brunnen.

Von Patrik Stäbler, Haidhausen

Die alliterierende Eleganz des englischen "Pocket Park" geht der deutschen Übersetzung Westentaschen-park zwar ab. Jedoch veranschaulicht der Begriff dennoch recht gut, was sich dahinter verbirgt - nämlich ein Miniatur-Grünraum inmitten von Häusern und Straßen, Beton und Asphalt. Eine solche Oase wünscht sich der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen zwischen Kirchenschule und Johannisplatz. So hat das Gremium auf Initiative der Grünen einen Antrag beschlossen, wonach die Kirchenstraße in diesem Bereich zu einem Westentaschenpark umgestaltet werden soll.

Auf einer Fläche von 80 mal 15 Metern eröffneten sich hier "kreative Gestaltungsmöglichkeiten" sowie viel Platz für neue Bäume, heißt es in dem Papier der Grünen-Fraktion. Demnach soll die Straße entsiegelt, der Bereich mit der Grünfläche am Johannisplatz verbunden und "zum Zwecke der Naherholung gestaltet" werden, etwa mit Sitzbänken, Brunnen, Sport- und Spielmöglichkeiten. "Wir wünschen uns einen offenen, freundlichen Platz", fordern die Grünen. Den damit einhergehenden Wegfall von circa zehn Parkplätzen wollen sie durch die Umwidmung von Mischparkplätzen in Anwohnerparkplätze auffangen.

Unterstützung für die Idee gab es vonseiten der SPD, deren Fraktionssprecherin Nina Reitz jedoch daran erinnerte, dass der BA sich bereits mehrmals mit dem Thema auseinandergesetzt hatte. "Der Inhalt des Antrags ist im Prinzip schon so beschlossen worden", sagte sie. "Da muss darauf aufgebaut werden, was wir hier an Vorarbeit geleistet haben. Es hat schon verschiedene Beschlüsse und große Ortstermine gegeben."

Daran erinnerte auch Barbara Schaumberger, deren CSU-Fraktion den Antrag ablehnte. "Mein Vorschlag wäre", sagte sie, "dass wir das noch mal in Ruhe überarbeiten und danach beschließen". Zuvor hatte Andreas Micksch (CSU) zu bedenken gegeben, dass auf diesem Gelände die Feuerwehrzufahrt zur Grundschule an der Kirchenstraße verlaufe. Dies gelte es bei der Planung zu berücksichtigen, räumte Christine Harttmann (Grüne) ein. Zudem dürfe der neue Mini-Park auch die geplante Umgestaltung des Johannisplatzes nicht beeinträchtigen. Bei diesem Thema müsse sich der BA noch etwas länger gedulden als gedacht, sagte Vorsitzender Jörg Spengler (Grüne).

Er berichtete, dass die Stadt erst im Mai eine Planung für die Umgestaltung des Johannisplatzes vorlegen werde. "Und auch die Umsetzung kann sich noch nach hinten verschieben wegen der schwierigen Kassenlage", sagte Spengler. Im Gespräch mit dem Rathaus sei ihm jedoch versichert worden, dass ein Westentaschenpark in der Kirchenstraße unabhängig von der Umgestaltung des Johannisplatzes geplant werden könne. Mit deutlicher Mehrheit sprach sich der BA letztlich für diese Maßnahme aus.

© SZ vom 16.04.2021/vewo
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