bedeckt München 16°

Haidhausen:Auf Umwegen zur Fahrradstraße

Stadtviertelvertreter fordern, die Steinstraße neu zu beschildern

Von Patrick Stäbler, Haidhausen

Die Steinstraße in Haidhausen hat ihren Namen von einer Kiesgrube, aus der einst Sand und Steine für den Straßenbau in München entnommen wurden. Heute laden dort Cafés, Restaurants und Läden zum Flanieren ein, wobei Fußgänger stets auf Radler Obacht geben müssen. Denn Geh- und Radweg sind an der Steinstraße direkt nebeneinander und sehr schmal - ein Zustand, den der Bezirksausschuss (BA) Au/Haidhausen schon lange ändern möchte. Nun hat das Gremium erneut gefordert, den Radweg zurückzubauen. Zudem beantragte der BA, die Steinstraße als Fahrradstraße auszuweisen.

"Bei uns vor der Haustür ist der Geh- und Radweg gerade mal 2,90 Meter breit - das ist kein Zustand", klagte in der BA-Sitzung eine Anwohnerin, die einen Handwerksbetrieb in der Steinstraße führt. "Vor allem Kinder sind da immer in Gefahr." Ihrem Antrag, die Steinstraße in einer Fahrradstraße umzuwandeln, folgte der BA einmütig. Zudem erneuerte das Gremium seine Forderung, die bestehenden Radwege zurückzubauen. Da dies bisher nicht geschehen ist, will der BA sein Ziel nun auf Umwegen erreichen. Und zwar soll geprüft werden, ob sich der Radweg mittels Markierung oder Beschilderung kurzfristig dem Gehweg zuschlagen lässt. "Die Stadtverwaltung teilt uns regelmäßig mit, dass eine Fahrradstraße nicht eingerichtet werden kann, solange es Radwege gibt", erläuterte Ulrich Martini (Grüne). "Deshalb wollen wir jetzt mal austesten, ob man die Radwege auch durch kleine Maßnahmen wegpinseln kann."

© SZ vom 22.07.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite