An allen Münchner Grundschulen bekommen Lehrer nun wieder ein Mittagessen in der Mensa. Damit ist eine Regelung des Bildungsreferats vom Tisch, die viele empörte: Seit November durften Lehrkräfte in 38 von 142 Grundschulen nicht mehr mitessen – wegen Problemen mit der Abrechnung. Michael Hoderlein-Rein, Rektor der Grundschule Berg am Laim, nannte das einen Rückschritt in der Zusammenarbeit von staatlichen Grundschulen und der Stadt. Nun reagiert das Bildungsreferat schneller als gedacht: Von 1. Dezember an dürfen Lehrerinnen und Lehrer wieder in der Schulmensa zu Mittag essen, teilte das Bildungsreferat den Schulen am Freitag mit.
„Kinder sollen den Wert von gemeinsamen Mahlzeiten auch in unseren Bildungseinrichtungen erleben“, sagte die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) am Freitag. Sie habe sich dafür eingesetzt, dass schnell eine Lösung gefunden wurde. Vom Mensa-Verbot betroffen waren Lehrkräfte an Grundschulen, in denen die Nachmittagsbetreuung von der Stadt organisiert ist, etwa in Tagesheimen und den Einrichtungen der Kooperativen Ganztagsbildung (Koga). Michael Hoderlein-Rein, der auch Vorstandsmitglied des Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverbands (MLLV) ist, hatte das Anfang dieser Woche stark kritisiert.
Dem Mittagessen komme an einem Standort des Koga, wo Schüler, Erzieherinnen und Lehrer „bis weit in den Nachmittag hinein lernen, arbeiten und letztlich auch leben, eine zentrale Bedeutung zu“, hatten mehrere Schulleiter an das Bildungsreferat (RBS) geschrieben. Diese Zusammenarbeit und der Austausch seien wichtig und dürften nicht gefährdet werden. Das Bildungsreferat hatte erklärt, es gelte das kommunale Schenkungsverbot, Lehrkräfte könnten kein subventioniertes Mittagessen in der Mensa erhalten, wenn sie beim Freistaat angestellt sind. An einer Lösung werde gearbeitet.
Die ist nun da: Für 7,10 Euro bekommen Lehrer von 1. Dezember an in der Schulmensa ein Mittagessen. Dieser Preis entspreche den tatsächlichen Kosten, teilte das RBS mit. Zunächst werde die Abrechnung über das Schulsekretariat erfolgen, man arbeite im Hintergrund an einem einfacheren Abrechnungsverfahren. Eine Sprecherin teilte mit, diese Regelung sei eigentlich ab dem 1. November geplant gewesen. Es habe aber länger gedauert, den Essenspreis festzulegen.

