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"Fridays for Future":Großstreik für das Klima

Nach wie vor hat die "Fridays for Future"-Bewegung großen Zulauf.

(Foto: Robert Haas)
  • Mit einem großangelegten Klimastreik am kommenden Freitag (29.11.) will die Münchner Ortsgruppe von "Fridays for Future" ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen.
  • Der Termin ist bewusst gewählt: Anfang Dezember beginnt die UN-Klimakonferenz in Madrid.
  • Auch wenn das Klimapaket der Bundesregierung die Erwartungen der Aktivisten enttäuscht hat, sind sie nach wie vor optimistisch.

Radfahrer sind bereits informiert. "29.11. Klimastreik" haben Aktivisten vielfach in weißer Farbe auf Münchner Radwege geschrieben, denn für diesen Tag ruft "Fridays for Future" erneut zu einer globalen Kundgebung für mehr Klimaschutz auf. Los geht es mittags um 12 Uhr auf dem Königsplatz, so wie zuletzt. Am 20. September, kurz vor dem Beginn des Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York, versammelten sich dort nach Angaben der Polizei etwa 40 000 Menschen, deutschlandweit gingen gar 1,4 Millionen auf die Straße. Jetzt steht der nächste Uno-Gipfel bevor, und "Fridays for Future" ruft auf zum insgesamt vierten internationalen Streiktag: "Ein paar Tage später ist die Klimakonferenz in Madrid", sagt Frank Squarra, 17, von der Münchner Ortsgruppe.

Aufmerksam machen möchten die Aktivistinnen und Aktivisten vor allem auf die Kipp-Punkte des Weltklimas, sagt Squarra: auf unumkehrbare Ereignisse mit verheerenden Folgen. Einer dieser Punkte wäre etwa erreicht, wenn das grönländische Inlandeis schmilzt. "Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass dann Kettenreaktionen entstehen", sagt Miriam Noa, Sprecherin der "Scientists For Future", die sich hinter die Schulstreik-Bewegung gestellt haben. Ihr gehe es auch um Gerechtigkeit, sagt Noa: Denn die Folgen des Klimawandels seien zuerst in Ländern zu spüren, die kaum etwas zu ihm beigetragen haben. Noa ist optimistisch, dass die Forderungen in Madrid Gehör finden.

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Anders als am 20. September. An diesem Tag verkündete die Bundesregierung ihr lange angekündigtes Klimapaket. Den Erwartungen der Demonstranten wurde dieses nicht gerecht. "Das war natürlich ein Schlag ins Gesicht für die ganze Bewegung", sagt Squarra. Aufgeben will der Abiturient aber nicht: Er stecke seine Wut in die Arbeit für "Fridays for Future", sagt er.

Die Unterstützer der Bewegung halten es ebenso. Eltern, die sich mit den Aktivisten solidarisieren, rufen mittlerweile donnerstags zu Vorabend-Demos auf, "damit auch Leute teilnehmen können, die freitags keine Zeit haben", sagt Christine Trompka von den "Parents for Future". Zuletzt standen sie von 18 Uhr an vor der LMU. Andere führen den Kampf gegen die Klimakrise in den Unis: Die "Students for Future" rufen zur "Public Climate School", zur offenen Klima-Uni für alle: Von Montag an soll es Vorträge und Aktionen zum Klimaschutz geben. Das Programm ist unter www.studentsforfuture-muc.de zu finden.

Und die Aktivisten schöpfen Hoffnung. Am Freitag richtete "Fridays for Future" einen offenen Brief an die SPD im Rathaus. Die Fraktion hatte ausführlich die kommunalpolitischen Forderungen von "Fridays for Future München" beantwortet und unter anderem erklärt, den Klimanotstand ausrufen zu wollen. Sie seien "positiv überrascht", schreiben nun die Aktivisten. Sie hätten den Eindruck, der Dialog könne zu guten Ergebnissen führen; ein Eindruck, den man im Einsatz für das Klima "nur allzu schnell verlieren kann". Die SPD möge nun mit "Fridays for Future" auch beim Freistaat, bei der Bundesregierung und bei der EU für mehr Klimaschutz eintreten.

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