Gute Laune ist nicht das, was einem als Erstes zum Münchner Wesen einfällt. Im Gegenteil pflegt man ja von jenem stadttypischen Grant zu sprechen, mit dem der Münchner und die Münchnerin von je her auf die vielen Zugereisten, die Welt an sich sowie Neuerungen jedweder Art zu sehen pflegten. Als Christian Ude noch Oberbürgermeister in München war (damals, Kinder, gab es noch echte OBs von einer Partei namens SPD) versetzte er gar die Stadtgesellschaft, wie er die eigene Anhängerschaft gern nannte, in einen Zustand kollektiven Grams bei der Vorstellung, finstere Mächte von außen trachteten danach, den Flughafen per Magnetschwebebahn unterhalb einer Stunde erreichbar zu machen. Selten wurde der Grant politisch so raffiniert genutzt.
LebensgefühlWas ist mit dem Münchner Grant passiert?
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Stimmt das Klischeebild vom grantigen Münchner überhaupt noch?
Imago, Bearbeitung: SZDie Kassiererin lächelt, der Kranführer plaudert mit den Nachbarn: Schon lange hat der Autor keine Erfahrungen mehr mit der stadttypischen Übellaunigkeit gemacht. Das war doch früher anders.
Glosse von Joachim Käppner
