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Bar L'Americano:Perfektes Italien-Gefühl vor der Tür

Bar "L'Americano" in München, 2020

Fast lauschig ist es im Schanigarten vor der Bar L'Americano, obwohl man an einer belebten Kreuzung sitzt.

(Foto: Stephan Rumpf)

In der Bar L'Americano spielt sich das Leben derzeit vor allem draußen ab - entspannt, aber doch mitten im Trubel kann man einen Aperitif genießen und das Dolce Vita genießen.

Von Ana Maria Michel

Roter Wermut, Bitterlikör, Soda: Der Americano besteht aus wenigen Zutaten. Auf die Frage, wie der Drink eigentlich entstanden ist, gibt es dafür umso mehr Antworten. Mal soll er in den USA kreiert worden sein; mal um 1860 im Caffè Campari in Mailand, wo er "Milano-Torino" hieß, bevor er wegen seiner Beliebtheit bei den US-amerikanischen Touristen umbenannt worden sein soll. Oder hat er seinen Namen doch von dem italienischen Boxer Primo Carnera, auch bekannt als Americano? Sicher ist, dass der Americano der erste Drink ist, den James Bond in Ian Flemings Roman Casino Royale bestellt. Und dass sich der süß-bittere Cocktail hervorragend als Aperitif eignet.

Um sich davon zu überzeugen, kann man die Bar L'Americano im Glockenbachviertel aufsuchen. Das Lokal an der Ecke Reichenbach- und Fraunhoferstraße erinnert tagsüber an eine dieser italienischen Bars, in die die Gäste nur kurz hineinhuschen, um am Tresen einen Espresso zu trinken. Die Corona-Regeln sehen derzeit allerdings vor, dass nur am Tisch bewirtet werden darf. An der Bar bekommt man im Moment nur Getränke und Essen zum Mitnehmen.

Viel Platz zum Sitzen gibt es in dem Lokal mit den grauen Wänden nicht, in dem Orangen und Spirituosenflaschen neben Spiegeln und schlichten Deckenlampen als Dekoration dienen. So lange es das milde Herbstwetter hergibt, verlagert sich das Leben aber auch im L'Americano sowieso nach draußen. Aus den Parkplätzen vor der Tür wurde mithilfe von Holzpaletten, Bartischen und -stühlen sowie drei roten Sonnenschirmen ein Schanigarten. Die Lage an dem kleinen Platz am U-Bahn-Aufgang Fraunhoferstraße lässt noch ein paar weitere Tische zu. Fast lauschig ist es unter den Bäumen, obwohl man an der belebten Kreuzung sitzt. Entspannt, aber doch mitten im Trubel kann man dort am Abend einen Aperitif genießen und sich dabei ein bisschen wie in Italien fühlen.

Die Bar bietet neben dem Americano (8,50 Euro) auch seinen Verwandten, den Negroni (9,50 Euro), daneben gibt es weitere Aperitif-Klassiker wie Aperol Spritz (6,50 Euro). Sehr zu empfehlen ist auch der Frangelico Sour (10,50 Euro), Zitronensaft verwandelt den Haselnusslikör in eine erfrischend-spritzige Angelegenheit. Wer lieber Bier trinkt, kann sich auch für Italien entscheiden, wenn er ein Peroni (3,50 Euro) bestellt. Für Gäste, die keinen Alkohol möchten, bietet das L'Americano Schorlen, Limonaden, frischgepresste Säfte und natürlich italienischen Kaffee, zu dem tagsüber die Croissants und Kuchen passen.

Abends sind die salzigen Speisen gefragter. Eine gute Grundlage, um den Aperitif um ein paar Cocktails zu verlängern, stellt die Pinsa Romana dar. Sie wird mit mehr Mehlsorten gebacken als die Pizza und muss länger gehen. Das Ergebnis ist ein knuspriger, aber trotzdem fluffiger Teig, der auf einem Holzbrett serviert wird, belegt etwa mit Tomate und Mozzarella (10,50 Euro) oder mit Parmaschinken (14,50 Euro), und das Italien-Gefühl perfekt macht.

Adresse: Fraunhoferstraße 41, 80469 München, Telefon: 0176/65127072, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 22 Uhr

© SZ vom 15.09.2020/vewo

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