Gisèle Pelicot in München„Man kann wieder aufstehen!“

Lesezeit: 5 Min.

Eine standfeste, mutige Frau: Gisèle Pelicot wird schon zu Beginn ihrer Lesung vom Publikum gefeiert.
Eine standfeste, mutige Frau: Gisèle Pelicot wird schon zu Beginn ihrer Lesung vom Publikum gefeiert. Stephan Rumpf

Gisèle Pelicot wollte, dass die Scham die Seiten wechselt – und die Stimmen von Vergewaltigungsopfern Gehör finden. Bei ihrer Lesung in München wird sie vom Publikum für ihren Mut gefeiert.

Von Christian Mayer

SZ bei Google bevorzugen

Wenn das Publikum einer Kulturveranstaltung restlos überwältigt ist, dann passiert etwas sehr Körperliches. Die Leute halten es dann nicht mehr aus auf ihren Sitzen, sie lassen sich mitreißen in einer spontanen Bewegung, fast wie bei einem Naturereignis. Nur: Solche seltenen Aufwallungen geschehen meist am Ende eines Abends und nicht, wie am Donnerstag im Residenztheater, gleich zu Beginn, als die Französin Gisèle Pelicot die Bühne betritt. Das Münchner Publikum empfängt die 73-Jährige mit tosendem Applaus, mit Standing Ovations, noch bevor sie einen einzigen Satz gesagt hat. Gisèle Pelicot bleibt dabei ruhig im Lichtkegel stehen. Nur ein sanftes Lächeln deutet an, dass ihr diese Welle der Zuneigung guttut.

Zur SZ-Startseite

Gisèle Pelicot
:„Man muss sich erlauben, glücklich zu sein“

Gisèle Pelicot wurde Opfer schwerster Verbrechen, heute ist sie eine feministische Ikone. Jetzt hat die 73-Jährige ihre Sicht der Dinge aufgeschrieben. Eine Begegnung in Paris.

SZ PlusVon Johanna Adorján

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: