Neues aus der Münchner Gastro-SzeneAus Liebe zur Pasta – und zu den Mitmenschen

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Robinson Kuhlmann hat zusammen mit Dominik Obalski das „Gufo“ eröffnet. Beide sind sie Pasta-Fans.
Robinson Kuhlmann hat zusammen mit Dominik Obalski das „Gufo“ eröffnet. Beide sind sie Pasta-Fans. Robert Haas

Espresso für einen Euro, weiße Tischdecken und ordentlich Parmesan: In Giesing hat das italienische Restaurant „Gufo“ eröffnet. In der Adventszeit bieten manche Lokale zudem Charity-Aktionen an.

Von Sarah Maderer

Parmesan auf Meeresfrüchten ist eine Todsünde – zumindest in jenen italienischen Restaurants, wo seit Jahrzehnten religiös nach dem Rezept der Nonna gekocht wird. Robinson Kuhlmann und Dominik Obalski vom Restaurant Gufo in Giesing sehen das etwas lockerer. „Bei den meisten italienischen Lokalen schwingt viel Lokalstolz mit, das schränkt bloß ein“, findet Kuhlmann. Die italienische Küche habe noch so viel mehr Facetten.

Bolognese oder Carbonara gibt es im Gufo nicht, dafür toskanischen Rinderschmortopf („Peposo“, 20,50 Euro) oder Hühnerbrust mit Tomaten und Parmesan („Chicken Parm“, 18,50 Euro), wie man sie eher in New York finden würde als in Rom. Wer unbedingt mag, bekommt auch Käse auf seine Muschel-Pasta, da lässt Kuhlmann den erhobenen Zeigefinger stecken. In seiner Robinson Bar am Gärtnerplatz serviere er auf Wunsch schließlich auch Single Malt auf Eis, sagt er.

Dort stieg im Jahr 2010 Dominik Obalski als Barkeeper bei ihm ein. Gut zehn Jahre später eröffneten die beiden dann das Restaurant Obalski am Schyrenplatz, nun legen sie mit dem Gufo nach. Wobei dieser Standort kein Neuzugang in Kuhlmanns Portfolio ist. Unter dem Namen Attentat Griechischer Salat hat er das Lokal bereits zuvor zwölf Jahre lang betrieben. Doch es habe einen Tapetenwechsel gebraucht, erklärt Kuhlmann.

Er renoviert das Restaurant, bespielt es währenddessen mit einem Zwischennutzungsprojekt (The Salty Horse Bar) und holt Obalski an Bord, mit dem er eine Vorliebe für italienisches Essen teilt. Für das Gufo einigen sich die beiden auf weiße Stofftischdecken und echte Kerzen, auf Espresso an der Bar für einen Euro und auf eine kleine Speisekarte, die regelmäßig wechselt. Bloß die Salsiccia-Pasta müsse bleiben, sagt Kuhlmann, die sei jedermanns Liebling (Gufo, Zugspitzstraße 10, Dienstag bis Samstag 17.30 bis 1 Uhr, Telefon 089/85635381).

Nicht nur Kuhlmann und Obalski sind Pasta-Fans, sondern, so scheint es, auch die Unesco-Kommission. Diese Woche nahm sie die italienische Küche in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Zum Weltkulturerbe hat es die Currywurst vielleicht noch nicht gebracht, aber Kult ist sie allemal. Seit 1998 rühmt sich Claudia Ott vom Imbiss Alles Wurscht am Schwabinger Nikolaiplatz der „besten Currywurst südlich des Weißwurstäquators“.

Bei der „Langen Nacht der Weihnachts-Wurscht“ kann man sich dieser Behauptung kommenden Samstag bis spät in die Nacht vergewissern. Bis 1.30 Uhr serviert Ott Glühwein, Currywurst und Pommes, im Dreier-Pack für 13,90 Euro. Ein Viertel des Umsatzes von diesem Abend will sie dann an Viva con Agua und ans Bellevue di Monaco spenden (Alles Wurscht, Nikolaiplatz 3, Die Lange Nacht der Weihnachts-Wurscht am 13. Dezember von 18 bis 1.30 Uhr).

Auch anderswo kann man diesen Dezember mit einem Besuch in der Gastronomie Gutes tun. Beim „Festmahl für alle“ im Alten Simpl (Türkenstraße 57) können Gäste ein zusätzliches Gericht bezahlen und ihre Spende als Zettel an den Weihnachtsbaum im Lokal hängen. Wer es sich sonst nicht leisten würde, dort einzukehren, kann dann einen Zettel vom Baum nehmen und bei der Belegschaft einlösen. Oder aber man bestellt in der M’Uniqo Bar im Andaz Hotel (Leopoldstraße 170) den Cocktail „Plum Promise“ aus Cognac, Birnenbrand, Cardamom Sparkling Tea und Pflaumenlikör mit Zimt. Pro verkauften „Charity Cocktail“ geht ein Euro an den Kältebus München.

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