Süddeutsche Zeitung

Giesing:Edelweißplatz wird neu gestaltet - Alpenplatz nicht

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Auf dem Edelweißplatz soll eine "insektenfreundliche Grünfläche mit Blühaspekt" entstehen. Der wenige Meter entfernte Alpenplatz wird aber nicht angerührt - Behörden und Anwohner fürchten den Verlust von Parkplätzen.

Von Ilona Gerdom

Im Herbst dieses Jahres ist es soweit: Der Edelweißplatz in Giesing wird umgestaltet. Ziel ist, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Nur ein paar Meter weiter bleibt aber erst mal alles, wie es ist: Trotz entsprechend klarer Wünsche aus der Bevölkerung soll sich der Alpenplatz vorerst nicht verändern.

Das Motto am Edelweißplatz ist klar: entsiegeln. Rund 300 Quadratmeter des jetzigen Pflasterbelags sowie vier Betonbaumscheiben will das Baureferat entfernen. Dafür soll eine "insektenfreundliche Grünfläche mit Blühaspekt" entstehen. Bisher befindet sich auf dem Platz auch das Kunstwerk "Torre Pendente", ein großer Tropenholzstamm. Da dieser jedoch inzwischen 35 Jahre alt und nicht mehr "standsicher" sei, müsse er im Moment gestützt werden, so das Baureferat. Das stehende Werk könne man wegen Fäulnis nicht sichern. Es soll deshalb in der neuen Grünanlage "in die Horizontale gelegt und dem natürlichen Verfall preisgegeben" werden. Laut der Tochter des Urhebers Rudolf Wachter sei dies wohl Intention des Künstlers gewesen: Mit der Entscheidung für vergängliches Material habe er "seinem Kunstwerk ein natürliches Ende mit eingeschrieben". Bleiben wird indes der Brunnen am Platz.

Vor drei Jahren wirkte der Edelweißplatz für die Sommermonate deutlich größer als jetzt. Damals war auf Anträge des Bezirksausschusses und der Bürgerversammlung hin die erste Münchner Sommerstraße entstanden. Mit Hilfe von Pflanzkübeln und Sitzgelegenheiten wurde nicht nur der Straßen- zum Aufenthaltsraum umfunktioniert, sondern es wurden auch Alpen- und Edelweißplatz vorübergehend zu einer Fläche.

Laut Mobilitätsreferat wurde das "gut angenommen". Am häufigsten hätten den Ort Eltern mit Kindern besucht, die den neu gewonnenen Freiraum zum Spielen nutzten. Während das Angebot sich einerseits großer Beliebtheit erfreute, dokumentierten mehrere Befragungen auch, dass nicht alle begeistert waren. Laut städtischer Behörde zeigte sich ein "geteiltes Meinungsbild". Das belegte eine Veranstaltung der Lokalpolitiker zum Pilotprojekt.

Auch dort traten zwei Gruppen auf, die es bis heute gibt: Befürworterinnen und Befürworter sprechen sich für eine Wiederholung der Sommerstraße oder sogar für eine dauerhafte Sperrung für den Verkehr aus. Kritiker beziehen sich vor allem auf den Wegfall von Parkplätzen. Daher sei "eine tragfähige Akzeptanz in der Bürgerschaft für eine dauerhafte Umgestaltung des Alpenplatzes nicht gegeben", zieht das Referat daraus seine Schlüsse.

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