Immobilien:Mega-Deal in Neuperlach

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Immobilien: Wacker Chemie verlässt den riesigen Bau mit 48 000 Quadratmetern Nutzfläche in Neuperlach. Die neue Zentrale im Werksviertel ist nicht einmal halb so groß.

Wacker Chemie verlässt den riesigen Bau mit 48 000 Quadratmetern Nutzfläche in Neuperlach. Die neue Zentrale im Werksviertel ist nicht einmal halb so groß.

(Foto: JLL)

Wacker Chemie zieht nach 30 Jahren ins Werksviertel um. Die markante Konzernzentrale am Hanns-Seidel-Platz geht für einen dreistelligen Millionenbetrag an eine Beteiligungsgesellschaft - und soll saniert werden.

Von Patrik Stäbler

Nach gut 30 Jahren verabschiedet sich die Wacker Chemie AG aus Neuperlach und zieht ins Werksviertel um. Dort entsteht derzeit eine neue Firmenzentrale in der Gisela-Stein-Straße, die Anfang 2024 bezogen werden soll. Derweil ist der jetzige Hauptsitz am Neuperlacher Hanns-Seidel-Platz bereits in neue Hände übergegangen: Nach Angaben des Konzerns hat die Pensionskasse der Wacker Chemie als Eigentümerin das viertelprägende Gebäude am U-Bahnhof Neuperlach Zentrum an das Unternehmen Blue Colibri Capital veräußert.

Diese Beteiligungsgesellschaft aus Luxemburg wolle das Bauwerk sanieren und anschließend neu vermieten, teilt der Immobilienmakler JLL mit, der mit dem Verkauf der 48 000 Quadratmeter großen Firmenzentrale beauftragt worden war. Ihm zufolge handelt es sich um "den größten Deal in diesem Jahr auf dem Münchner Immobilienmarkt".

Im Jahr 1992 hatte Wacker Chemie die Firmenzentrale in Neuperlach bezogen. Das dortige Bürokonzept jedoch "ist der Unternehmenskultur von Wacker mittlerweile nicht mehr angemessen", sagt Angela Wörl, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin des Konzerns. "Wir haben deshalb ein neues Objekt gesucht, das unseren Anforderungen nach einer auf Offenheit und Zusammenarbeit basierenden Arbeitsweise optimal gerecht wird."

Der Konzern hat einen Stellenabbau angekündigt

Eine Rolle in den Umzugsplänen dürfte indes auch das 2020 verkündete "Effizienzprogramm" gespielt haben, demzufolge bis Ende dieses Jahres mehr als 1000 Stellen wegfallen sollen, vor allem in der Verwaltung. "Der Schwerpunkt liegt dabei mit mehr als 80 Prozent auf den Standorten in Deutschland", teilte Wacker Chemie damals mit.

Entsprechend dürfte die jetzige Firmenzentrale in Neuperlach schlicht zu groß für den Konzern sein. Laut JLL nutzt dieser aktuell 90 Prozent des Gebäudes; die übrigen Bereiche seien untervermietet. Im Werksviertel entsteht nun laut Konzernangaben ein deutlich kleinerer Neubau mit einer Fläche von 18 000 Quadratmetern, dessen Eigentümer erneut die Pensionskasse der Wacker Chemie sein wird.

Mit 600 Arbeitsplätzen werde das Gebäude "mehr als ausreichend Platz" für die derzeit 570 Beschäftigten am Standort Neuperlach bieten, sagt Angela Wörl - "zumal die Präsenz, mit der wir rechnen, wegen Dienstreisen, Home-Office und urlaubsbedingten Abwesenheiten deutlich niedriger sein wird". Zum Verkaufserlös für den aktuellen Firmensitz will sich Wacker Chemie ebenso wenig äußern wie zum Kaufpreis des Neubaus im Werksviertel, der von der Patrizia AG errichtet wird. Nur so viel teilt der Konzern mit: "Es handelt sich aber in beiden Fällen um einen dreistelligen Millionenbetrag."

Wacker Chemie wurde 1914 vom gelernten Tuchhändler und Kaufmann Alexander Wacker gegründet und wird noch heute - auch nach einem Börsengang 2006 - mehrheitlich von der gleichnamigen Familie kontrolliert. Das Unternehmen verarbeitet vor allem Silicium sowie Ethylen zu 3200 Produkten, die in mehr als hundert Länder geliefert werden - etwa Polysilizium für die Halbleiterindustrie oder Dispersionspulver für die Baubranche. Weltweit beschäftigt die Wacker Chemie AG fast 14 500 Menschen, davon 10 000 in Deutschland. Der Umsatz der Chemiefirma lag 2021 bei 6,2 Milliarden Euro.

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