Eine Bombe hat den Kolumbianer Wilson Ortiz nach München gebracht. In den 1990er-Jahren führten Drogenkartelle auch in seiner Heimatstadt Cali Krieg, untereinander und gegen den Staat. Der Supermarkt, in dem seine Familie einkaufte, wurde von Pablo Escobars Leuten in die Luft gejagt, weil er einem verfeindeten Kartell gehörte. „Solche Szenen gibt es nicht nur auf Netflix, für uns war es das wirkliche Leben“, sagt Ortiz, 47. Dazu kam die alltägliche Kriminalität, genährt durch die Armut im Land. Bei Dunkelheit traute sich kaum jemand vor die Tür, so erzählt Ortiz es. Gewalt und Chaos hätten seine Mutter mürbe gemacht. Sie wollte ihre Heimat verlassen.
Ein Kolumbianer in München – wie er die Stadt sieht„Die Stille hat mich anfangs geschockt“
Lesezeit: 5 Min.

Wilson Ortiz lebt seit 30 Jahren in München.
Johannes Simon/Johannes SimonWilson Ortiz zog vor 30 Jahren aus Kolumbien nach München. Warum der Start schwierig war, wie er durch Schweinsteiger und Ribéry zum Fotografieren kam und was ihm hier gefällt.
Von Karina Jais
