Münchner FußgängerzoneGroßes Mode-Kaufhaus schließt, Nachfolger steht offenbar fest

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Bundesweit betreibt Wormland neun Filialen mit rund 250 Beschäftigten. Am Marienplatz steht wohl der Auszug bevor.
Bundesweit betreibt Wormland neun Filialen mit rund 250 Beschäftigten. Am Marienplatz steht wohl der Auszug bevor. (Foto: Wolfgang Maria Weber/Imago)

Das Flaggschiff von Wormland am Marienplatz steht nach der zweiten Insolvenz vor dem Aus. Beim Nachmieter scheint es eine süße Überraschung zu geben.

Von Catherine Hoffmann

Die Insolvenz des Herrenmode-Kaufhauses Wormland hat offenbar auch für dessen prominentesten Standort Folgen: Die Filiale am Münchner Marienplatz steht vor dem Aus. Das berichtet die Textilwirtschaft unter Berufung auf Branchen- und Immobilienkreise. Demnach konnte sich das Unternehmen im laufenden Insolvenzantragsverfahren nicht mit dem Vermieter der Immobilie einigen; die Fläche sei bereits neu vermietet worden.

Das Haus am Marienplatz 28 galt als Flaggschiff von Wormland. Auf rund 1500 Quadratmetern nutzte das Unternehmen vier Etagen, davon zwei für den Verkauf. Die oberen Stockwerke dienten als Lager, da Wormland über keine zentrale Logistik verfügt. Unternehmenskenner bezeichneten den Standort deshalb intern als „Deutschlands teuerstes Warenlager“.

Nach Informationen der Textilwirtschaft soll der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli neuer Mieter werden. Zuvor hätten sich auch internationale Marken wie Nike, Adidas oder Lululemon für die Fläche interessiert. Der Standort zählt zu den begehrtesten Einzelhandelslagen Deutschlands.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für Wormland war offenbar die Miethöhe. Der Modehändler habe rund drei Millionen Euro Jahresmiete gezahlt, zitiert die Textilwirtschaft einen Insider. Trotz guter Flächenleistung und engagierter Mitarbeiter sei es kaum möglich gewesen, den dafür notwendigen Umsatz zu erwirtschaften.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Michels wollte das Ende des Mietverhältnisses auf Anfrage nicht bestätigen. In einer Stellungnahme teilte er mit: „Wormland befindet sich im Insolvenzantragsverfahren. Insofern wäre es nachvollziehbar, wenn ein Vermieter Überlegungen für die künftige Nutzung seiner Immobilie anstellt.“ Zu einzelnen Mietverhältnissen äußere man sich grundsätzlich nicht.

Wormland hatte Anfang November 2025 zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Insolvenz angemeldet. Erst 2024 war der Herrenausstatter aus einem Verfahren hervorgegangen und vom Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann (L&T) übernommen worden. Rückblickend habe man zu viel von den bestehenden Strukturen beibehalten und notwendige Einschnitte zu spät umgesetzt, räumte L&T-Geschäftsführer Mark Rauschen damals ein.

Als Gründe für die erneute Schieflage nannte das Management die anhaltende Kaufzurückhaltung bei Herrenmode sowie hohe Fixkosten an Top-Standorten. Bundesweit betreibt Wormland neun Filialen mit rund 250 Beschäftigten. Deren Gehälter sind derzeit über Insolvenzgeld gesichert.

Eigentümer der Immobilie am Marienplatz ist eine Erbengemeinschaft, zu der nach Angaben der Textilwirtschaft auch die Familie Biehler gehört, die im selben Gebäude das Café Glockenspiel betreibt. Eine Anfrage an die Eigentümerseite blieb zunächst unbeantwortet.

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