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Prozess in München:Zwölfeinhalb Jahre Haft wegen Geldautomaten-Sprengungen

Versuchte Bankautomatensprengung

Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten an dem abgesperrten Tatort in Germering an beschädigten Fahrzeugen.

(Foto: dpa)

Die Strafe fällt so hoch aus, weil sich der 29-Jährige bei seiner Flucht äußerst rücksichtslos verhielt - drei Beamte wurden dabei verletzt, fünf Polizeiautos beschädigt und 30 Schüsse abgefeuert.

Nach einer Serie von Geldautomaten-Sprengungen im Großraum München ist der Hauptbeschuldigte zu einer Gefängnisstrafe von zwölfeinhalb Jahren verurteilt worden. Wie das Oberlandesgericht München am Donnerstag berichtete, ging die Strafkammer davon aus, dass der 29 Jahre alte Angeklagte insgesamt sechs Automaten gesprengt und dadurch mehr als eine halbe Million Euro erbeutet hat. Das Urteil war am Landgericht München I bereits am Mittwoch verkündet worden.

Mit dem Hauptangeklagten standen fünf Mitangeklagte vor Gericht, vier Männer und eine Frau. Sie erhielten Haftstrafen zwischen 20 Monaten und sechs Jahren und 8 Monaten. Bei dem Hauptangeklagten werteten es die Richter strafverschärfend, dass er sich bei seiner Flucht vor der Polizei äußerst rücksichtslos verhalten hatte.

Im Oktober 2018 war er bei der Sprengung eines Automaten im Landkreis Fürstenfeldbruck von Fahrzeugen eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) umstellt worden. Bei seinem Fluchtversuch wurden dann drei Beamte verletzt und fünf Polizeiautos beschädigt. Die Polizisten gaben 30 Schüsse ab, von denen zwei den Täter trafen.

© SZ.de/dpa/mmo

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Von Susi Wimmer

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