An einer Münchner Unterkunft für Geflüchtete hat sich am Donnerstagmorgen eine folgenschwere Auseinandersetzung abgespielt. Zwei Männer wurden dabei durch Stiche und Schnitte schwer verletzt. Die Kriminalpolizei rückte zu einem Großeinsatz aus, an dem mehr als 15 Beamtinnen und Beamte beteiligt waren.
Um 5.15 Uhr wurden die Beamten von Passanten alarmiert, die zwei blutende Männer auf dem südlichen Gehsteig der Berg-am-Laim-Straße entdeckt hatten. Eine Blutspur führte von der nahen Unterkunft für Geflüchtete bis zur gegenüberliegenden Seite der vierspurigen Straße. Die im Berufsverkehr viel befahrene Berg-am-Laim-Straße musste am Morgen für zwei Stunden gesperrt werden.
Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler gibt es zwei Opfer. Ob sie beide auch selbst zugestochen haben, ist unklar. Es handelt sich um zwei Männer mit somalischer Staatsangehörigkeit, 24 und 27 Jahre alt. Nach Angaben eines Polizeisprechers soll der Jüngere durch Messerstiche schwer, der Ältere „mittelschwer“ verletzt worden sein. Die Tatwaffe wurde gefunden. Beide Männer wurden in Krankenhäuser gebracht. Lebensgefahr bestehe nach derzeitigem Wissensstand nicht, hieß es am Mittag.
Dennoch hat eine der Münchner Mordkommissionen aus dem Kommissariat 11 die Ermittlungen übernommen. Das heißt, dass die Tat als versuchtes Tötungsdelikt gewertet wird. Kriminalpolizei und Spurensicherung untersuchten den Tatort. Bis zum Mittag konnten die beiden Verletzten noch nicht vernommen werden.
Deshalb ist weiterhin offen, ob es möglicherweise weitere Beteiligte oder sogar einen bislang noch unbekannten Täter gegeben haben könnte. Auch der Anlass und der Ausgangspunkt der blutigen Auseinandersetzung sind völlig unklar. Die Ermittler suchen deshalb mögliche Tatzeugen. Die Unterkunft, in der die beiden Verletzten mutmaßlich gewohnt haben, hat offiziell mehr als 320 Plätze.

