Obwohl immer mehr Menschen in München leben, sind in der Landeshauptstadt im Jahr 2024 weniger Babys auf die Welt gekommen als im Vorjahr. 20 415 Kinder mit Geburtsort München erblickten nach Angaben des Standesamtes München das Licht der Welt. 2023 waren es 21 110 Babys. Laut Statistischem Amt waren außerdem 2024 in München 15 221 Neugeborene mit Hauptwohnsitz gemeldet, die außerhalb der Stadt geboren worden waren – auch das waren weniger als im Vorjahr.
Die meisten Kinder kamen in den drei städtischen Frauenkliniken der München Klinik auf die Welt. 5851 Babys waren es, im Jahr davor 5886. In Harlaching kamen 2088, in Schwabing 2607 und in Neuperlach 1156 Babys auf die Welt. Unter den Neugeborenen waren nach Angaben der München Klinik ein Drillingstrio und 92 Zwillingspärchen.
Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass in München weniger Kinder zur Welt kommen. Dieser Trend ist allerdings nicht München-spezifisch, sondern bundesweit zu beobachten. In Deutschland insgesamt sank die Zahl der Geburten im Jahr 2024.
Viele junge Menschen hätten „geopolitische und wirtschaftliche Sorgen“, begründet Casper Roenneberg, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der München Klinik Harlaching, den Rückgang der Zahlen. Die rückläufige Geburtenrate sei laut Studien vorwiegend auf den Rückgang von kinderreichen Familien zurückzuführen. Hinzu kämen die Auswirkungen für die junge Generation wichtiger Ideale wie Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung. „Die Folge kann das Aufschieben des Kinderwunsches sein“, sagt der Arzt.

