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Geburtenzahlen 2023:Immer mehr Frühchen in München - das kleinste wog nur 310 Gramm

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In den drei kommunalen Frauenkliniken der München Klinik sind 2023 weniger Kinder auf die Welt gekommen als im Jahr zuvor. Besonders bei den Allerkleinsten gibt es einige Erfolgsgeschichten.

Von Nicole Graner

In München haben 2023 insgesamt 21 110 Kinder das Licht der Welt erblickt. Davon sind laut Statistischem Amt München 15 667 Babys "Münchner Kindl", also Neugeborene, die auch in der Landeshauptstadt wohnen. Dass vor allem ein Baby überlebte, gilt vielen als Wunder: Das Frühchen wog bei seiner Geburt in der München Klinik Harlaching 310 Gramm - 60 Gramm mehr als ein herkömmliches Stück Butter.

Das Baby ist das kleinste Frühgeborene, das in einer der drei kommunalen Frauenkliniken der München Klinik (Mük) jemals auf die Welt kam. Wie die Mük mitteilt, ist das Kind nach vier Monaten intensiver Pflege auf der Neugeborenen-Intensivstation Harlaching versorgt worden. Vor einigen Tagen durfte das Kind nach Hause. Jetzt wiegt es zwei Kilogramm.

In München kamen insgesamt rund fünf Prozent weniger Kinder zur Welt als im Jahr 2022. Da waren es 16 540. Im Pandemiejahr 2021 waren es mit 18 330 Kindern erheblich mehr. Aber das war eine Ausnahme. Denn die Zahl der Geburten geht in Deutschland generell deutlich zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sind es laut Statistischem Bundesamt um die sieben Prozent.

In den drei kommunalen Frauenkliniken der München Klinik kamen 5886 Babys auf die Welt. In Harlaching 2273 Kinder, in Schwabing 2426 und in Neuperlach 1187. Damit werden in der Mük die meisten Kinder der Stadt geboren. Zwei Drillingsgeburten gab es 2023, dazu 93 Zwillingspärchen.

Die Versorgung der Allerkleinsten ist gesichert

Laut Mük steigen die Zahlen der frühgeborenen Babys. In Harlaching wurden 47 Frühchen versorgt, in Schwabing 43. Waren es 2022 noch 82 Frühgeborene, sind es 2023 insgesamt 90 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm. Die Mük Standorte Harlaching und Schwabing versorgen Früh- und Risikogeborene. Beide Standorte gelten als Perinatalzentrum mit Level 1. Das heißt, hier werden die schwersten Fälle behandelt und versorgt wie auch Frühgeburten mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm.

Nach einer neuen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses müssen an jedem Standort mit dem Level 1 zukünftig mindestens 25 Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm versorgt werden. "Unsere beiden Neonatologien liegen damit deutlich über der geforderten Grenze", sagt Marcus Krüger. Der Chefarzt der Neonatologie in Harlaching und Schwabing sieht die Versorgung "extrem kleiner Frühgeborener" in der München Klinik "gesichert".

Schon im März wird der Neubau der München Klinik Schwabing fertig sein. Dann wird es auf der Geburtsstation der neuen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin noch mehr Kreißsäle geben. Das Ziel ist es, dass die Teams von Geburtshilfe, Kinder- und Frauenmedizin intensiv zusammenarbeiten. Das habe, sagt der neue Mük-Geschäftsführer Götz Brodermann, "Vorbildcharakter".

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